Mit “Spicy Nicy” zum Burg-Pokal-Finale
Mit der höchsten Wertung der Saison – bisher – sichert sich Charlotta Rogerson auf Nice Touch den Etappensieg des Nürnberger Burg-Pokals in Darmstadt. Sechs der zwölf Paare in der Finalqualifikation lagen über 73 Prozent.
Foto oben: © R. Dill

Nice Touch, alias Spicy Nicy, mit Topleistung Richtung Burg-Pokal-Finale.
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Darmstadt-Kranichstein war die siebte, die letzte Outdoor- und die vorletzte Saison-Etappe des Nürnberger Burg-Pokals 2026 und das Starterfeld war geballte Qualität – unter und im Sattel. Die Schweizerin Charlotta ‘Kiki’ Rogerson gewann die Finalqualifikation auf Nice Touch mit 76,537 Prozent. Das ist die höchste Wertung, die in der 35. Saison des Burg-Pokals bisher vergeben wurde. Die achtjährige niederländische Stute mit dem Spitznamen Spicy Nicy hat im Regen von Darmstadt mit gleichmäßiger, zufriedener Anlehnung beeindruckt, mit einem aktivem Hinterbein und guter Lektionssicherheit. In der Trabtour bewegte sich die elegante Stute elastisch, durch den Körper schwingend und mit viel Ausdruck. Im Schritt fand sie sofort zur vertrauensvollen Dehnung an die Hand, kam im starken Schritt gut zum Schreiten und legte beide Schritt-Pirouetten im Fluss an – sie hätten allerdings noch zentrierter sein dürfen. Sehr konzentriert absolvierte die junge Stute außerdem eine fehlerfreie Galopp-Tour, mit guten Momenten der Lastaufnahme. Und man sieht: mit noch mehr Kraft wird die Stute die Pirouetten noch zentrierter und die Wechsel noch ausdrucksvoller im Bergauf zeigen. Nicht zu vergessen: die sehr feine, harmonische und präzise Vorstellung des Pferdes durch Kiki Rogerson.

Ein Paar für die Zukunft: Charlotta Rogerson und Nice Touch.
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“Ich hatte ein gigantisches Reitgefühl, das ist einfach ein gigantisches Pferd. Es hat unheimlich viel Spaß gemacht”, schwärmte Kiki. “Klein, aber oho – das trifft gut auf die Stute zu. Sie ist ein wahnsinnig intelligentes Pferd. Ich muss immer alles gut und richtig machen, damit alles klappt. Dieses Pferd hat überhaupt gar keine Schwäche und es fällt ihr alles sehr leicht, wenn ich ihr nicht im Weg bin (lächelt).” Schon sechsjährig hat die Stute mit WM-Bronze auf sich aufmerksam gemacht. Im Mai dieses Jahres war das Paar bereits in München im Nürnberger Burg-Pokal dabei, dann vor zwei Wochen auf dem Fichtenhof, Darmstadt war Etappe Nummer drei für die Beiden – mit enormer Leistungssteigerung. “Wir haben wirklich sehr konzentriert zu Hause geübt und ich bin mit ihr auf viele verschiedene Plätze gefahren, damit sie noch mehr Vertrauen in fremder Umgebung bekommt”, erzählt Kiki. “Diese Stute ist meine große Zukunftshoffnung.”

Unfassbare Turnierepremiere für Rose Oatley und Opoque!
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Eine nahezu kühne Idee hatte U25-Europameisterin Rose Oatley: Sie reiste mit ihrem siebenjährigen All at Once-Sohn Opoque an. 2023 wurde der Niederländer, damals noch unter dem Sattel von Mette Sejbjerg Jensen, Weltmeister der vierjährigen Dressurpferde, seitdem ist er kein Turnier mehr gegangen. Fünfjährig hat Rose das Ausnahmepferd übernommen, aber sie war noch nie mit ihm zusammen auf einem Turnier, Darmstadt war die Premiere. “Ich bin völlig ohne Erwartungen hergefahren”, erklärt die 19-Jährige. Mit Platz zwei und 73,878 Prozent ist das Paar an einer direkten Finalqualifikatiopn denkbar knapp vorbeigerutscht. Die besten vier Zweitplatzierten dürfen nach Frankfurt, um dazu zu gehören, muss man aktuell mindestens 73,951 Prozent vorweisen. Ob Rose mit ihrem hochbeinigen, ausdrucksvollen Fuchs auch bei der letzten Burg-Pokal-Etappe in Guxhagen noch an den Start gehen wird, wird noch im Familienkreis mit Mutter Kristy entschieden. Rose war nicht nur sehr stolz auf ihre Turnierpremiere mit Opoque, sie gewann zudem auch noch den Stilpreis, der bei jeder Etappe des Burg-Pokals vergeben wird.

Lena Haßmann mit top Nachwuchspferden in Darmstadt – hier auf Vitafina.
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Ein Meisterwerk der Nachwuchspferde-Präsentation vollbrachte auch Lena Haßmann in Darmstadt. Sie reiste mit zwei Pferden für den Burg-Pokal an und platzierte in bedeutender Konkurrenz ihre beiden Kandidaten auf Platz drei und vier. Chapeau! Mit der achtjährigen Vitalis-Tochter Vitafina Amour PS von Bellin OLD (Z.: Gestüt Lewitz; Bes.: Gestüt von Bellin) wurde sie mit 73,780 Prozent Dritte, mit dem ebenfalls achtjährigen Bacchabundus OLD v. Baron (Z.: Gudula Vorwerk-Happ, Bes.: Beate Rickert) mit 73,317 Prozent Vierte. Weil sie fest davon überzeugt ist, dass auch diese beiden Pferden Top Kandidaten für das Burg-Pokal-Finale wären, steht für Lena Haßmann schon fest: Guxhagen, wir kommen.
Auch Moritz Treffinger mit For Kingdom (Z.: Lynne Crowden, Bes.: Pascal Kandziora) und Thomas Wagner mit Fabiano (Z.: Johannes Reppe, Bes.: Jana Gumnmersbach) punkteten über 73 Prozent. Für den For Emotion-Sohn For Kingdom war Darmstadt das vierte Turnier seines Lebens, das zweite mit Moritz im Sattel. “Ich bin so stolz auf ihn. Wie er dadurch gegroovt ist und ich konnte wirklich reiten nach dem Motto: ‘Wer nicht gewagt, der nicht gewinnt’. Ich glaube, das wird richtig gut.” Der hessische Profiausbilder Wagner hat den neunjährigen Feinrich-Sohn bisher unter seiner Besitzerin unterrichtet, erst fünf Tage vor dem Turnier in Darmstadt hat er ihn zum Reiten in seinen Stall bekommen – Punktlandung. “Das Pferd hat eine gigantische Einstellung und sich jeden Tag weiterentwickelt.” Und auch Moritz und Thomas haben die letzte Burg-Pokal-Etappe in Guxhagen noch einmal ins Auge gefasst.
HIER geht’s zu den genauen Ergebnissen aus Darmstadt.
Qualifikationen & Finalisten – Nürnberger Burg-Pokal 2026
• Horses & Dreams Hagen a.T.W. – Patrik Kittel und J’Adore Dior H mit 75,512%
• Pferd International München-Riem – Sabina Schrödter und Feine Bella NRW mit 74,732%
• Longines Balve Optimum – Bianca Nowag-Aulenbrock und Sky mit 74,463%
• Görlitzer Summerweeks Rosenhof Görlitz – Dorothee Schneider und Valerie mit 74,293%
• Elmloher Reitertage – Bernadette Brune und San To Alati FRH mit 74,415%
• Schäftlarn / Fichtenhof Classic – Sina Aringer und Dalma Sia Ballante mit 76,000%
• Darmstadt-Kranichstein – Charlotta Rogerson und Nice Touch mit 76,537 %
• Guxhagen-Dörnhagen 08.10. – 11.10.2026
Finale: Internationales Festhallen Reitturnier Frankfurt 16.12. – 20.12.2026
Rangierung der punktbesten Zweitplatzierten nach sechs von acht Qualifikationen:
• Raphael Netz und Glamourdoc mit 74,683% (Fichtenhof Classics, Schäftlarn)
• Frederic Wandres und Fänomen de Malleret mit 74,463% (Horses & Dreams Hagen a.T.W.)
• Nicole Grosch und Visser’s Hit Valeria VEC OLD mit 74,049% (Pferd International München-Riem)
• Franziska Haase und Alissimo mit 73,951% (Elmloher Reitertage)
Hier geht es zu weiteren Infos zum Nürnberger Burg-Pokal.


