Wie gewinnt man das Weltcup-Finale?

Langsam wird es ernst in Fort Worth. Heute um 14.00 Uhr Ortszeit steht der Vet-Check an, ab 18.00 Uhr dürfen die Dressurpaare dann erstmals in das aufgebaute Prüfungsviereck. 14.000 Sitzplätze stehen in der Dickies Arena zur Verfügung und eins weiß man aus vergangenen Weltcuop-Finals in den USA: Stimmung kann das amerikanische Publikum!

Das Finalfeld:

 

17 Reiter aus 14 Nationen stehen auf der finalen Startliste, darunter der Jüngste des Finalfeldes: Moritz Treffinger mit 22 Jahren. Der Vet-Check ist der erste Teil der Prüfung, der absolviert werden muss. Hat man diesen ‘Test’ bestanden, steht am Donnerstagabend Ortszeit der Grand Prix auf dem Programm. Alle Paare, die den Grand Prix mit mindestens 60 Prozent präsentiert haben, dürfen am Samstagabend in die Kür. Die Ergebnisse der Kür sind allein entscheidend für das Weltcup-Finale. Bis 2002 war das noch anders, bis dahin zählte die Addition der Ergebnisse aus Grand Prix und Kür.

Haben alle 17 Paare die Kür erreicht, geht es um das finale Ranking.

Was muss man in der Kür zeigen, um Chancen auf den Weltcup-Sieg zu haben?

Hier ein paar Tipps von der internationalen Richterin und Kür-Expertin Katrina Wüst:

“Ganz wichtig ist für jede Kür, dass sie auf der Harmonie zwischen Reiter und Pferd aufbaut, d.h., dass der Reiter nie mehr fordert, als es das Pferd zu leisten vermag. In diesem Sinne muss auch die Choreographie gestaltet werden, denn sie ist eins der Herzstücke der künstlerischen Note. Dazu gehört erst einmal generell Kreativität, d.h. der Reiter sollte sich von der Pflichtaufgabe lösen und versuchen, ein paar neue Ideen umzusetzen – neue Linien, überraschende Übergänge, nicht immer die Abfolge Trab – Schritt – Galopp z.B. Dann natürlich auch eine gewisse Struktur, ein Highlight am Anfang, ein überzeugendes Finale am Schluss, um die Richter positiv zu stimmen, bevor sie die letzten Noten geben. Natürlich auch eine gute Raumaufteilung, aber für mich ist zusätzlich ebenfalls entscheidend, dass der Reiter die Chance wahrnimmt, sein Pferd optimal zu präsentieren. Das bedeutet: Er sollte sein Pferd und sein eigenes reiterliches Können einer ehrlichen Analyse unterziehen, um zu sehen, was möglich ist, und wie er es am effektivsten präsentieren kann.
Ich finde es immer schade, wenn Reiter nicht die Gelegenheit ergreifen, die schwächeren Lektionen ihres Pferdes durch die geschickte Choreographie ihrer Kür etwas zu kaschieren. Ein Beispiel: Wenn man aus dem starken Galopp in die Pirouette geht, das Pferd sich aber nicht gut zurückführen und versammeln lässt, dann werden die Pirouetten oft riesig. Man ist dann besser beraten, die Kombination umzudrehen: Also aus der Pirouette in den starken Galopp, damit die Choreographie mit den Qualitäten des Pferdes übereinstimmt.
Ich habe Hochachtung, wenn ein Reiter sich und sein Pferd so ehrlich analysiert, dass er die Schwächen erkennt und diese so in der Kür einbaut, dass sie möglichst wenig negativ auffallen. Noch besser wäre es allerdings, sie durch gutes Training ganz auszumerzen!”

Weitere Tipps und Infos zum Aufbau einer Grand Prix-Kür finden Sie HIER und zur Musikauswahl HIER.