Vayron mit dem Löwenherz – top
Vayron NRW startet mit einer super Runde in die Grüne Saison. „Das Schönste war, dass er von Anfang an voll bei mir war“, strahlt Ingrid Klimke.
Foto oben: Ingrid Klimke strahlend nach dem Grand Prix (© www.sportfotos-lafrentz.de)

Richtig tolle Runde: Ingrid Klimke und Vayron NRW
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75,087 Prozent – so viel hatte das Paar Klimke/Vayron (Z.: Heinrich Sterthoff, Bes.: Rudolf Spiekermann) noch nie in einem internationalen Grand Prix. Mit dieser Toprunde belegten die Beiden heute Platz zwei in Hagens Vier-Sterne-Grand Prix der Special-Tour. Der Sieg ging an eine sehr souveräne Runde von Catherine Laudrup-Dufour und die 17-jährige Mount St. John Freestyle (82,391 %)
Abklatschen von Vorreiter Daniel Bachmann Andersen, Begeisterung bei Hagens Publikum und im Gesicht der Reiterin Ingrid Klimke selbst ein fröhliches Strahlen. Das war richtig gut. Vayron zog von Anfang an los, machte einen sicheren und selbstsicheren Eindruck. „Aus dem Hasenherz wird langsam ein Löwenherz“, freut sich Ingrid.
Er sei am Mittwoch hier angekommen und habe sich direkt wohlgefühlt. Vayron sei einfach super sensibel, das gehe schon beim Aufziehen der Fliegenmütze los. Wenn er dann den Kopf hochnimmt, weil ihm etwas nicht behagt, wird es für schwierig. Der Sensible mag Hagen – das hat er heute gezeigt.
Schon auf der ersten Diagonalen im starken Trab beeindruckte der 15-jährige Vitalis-Sohn – Schub, Power, aber ohne zu übertreiben – balancierte Traversalen folgten, Piaffen und Passagen in konstantem 7,5 bis 8er Niveau. Ein kleiner Haken unterlief dem Paar beim fliegenden Wechsel nach dem starken Galopp. „Da bin ich zum Wechsel hin nicht genug nach vorne geritten“, erklärt Ingrid Klimke. Die Serienwechsel und die Zick-Zack gelangen sehr gut, in den Pirouetten fehlt noch ein bisschen der aktive Durchsprung über den Rücken. „Ich weiß, dass ich ihn zur Pirouette klein im Galopp halten und etwas schneller sitzen muss, das klappt zu Hause sehr gut, aber in der Prüfung weiß er natürlich beim Abwenden, was kommt, und fängt schon an, sich vorne etwas zu heben.“
Er sei von Anfang an voll bei ihr gewesen und… „wenn er voll bei mir ist, dann sieht er auch keine Gespenster“, lacht Ingrid. „Ich hatte heute so ein Gleichmaß durch die ganze Prüfung und hatte nie das Gefühl, dass etwas anbrennen kann. Ich bin reingeritten und habe gedacht, jetzt von Lektion zu Lektion die Ruhe bewahren, schön die Ecken ausreiten und die kurzen Seiten nutzen, damit ich immer alles schön vorbereite und vom Timing her richtig bin. Gerade der Einstieg in die Pirouetten oder die Zickzack sind einfach unheimlich wichtig.“
Anfang März in Lier war das Paar nicht so gut im Special unterwegs, da zog der Große nicht konsequent durch die Prüfung. „Ich glaube, es lag daran, dass ich sehr lange nicht mit Kandare geritten bin“, erklärt Ingrid. „Ich reite zu Hause sehr viel mit Trense und habe dann erst kurz vor dem Turnier wieder mit der Kandare angefangen. Das mache ich jetzt anders. Ich nehme häufiger die Kandare, auch wenn wir gar nicht arbeiten, sondern vielleicht nur ausreiten wollen, damit die Kandare für ihn etwas ganz Normales ist, völlig stressfrei.“ Zudem habe sie ein anderes Kandarengebiss gewählt mit kürzeren Anzügen. „Ich habe das Gefühl, dass er sich damit noch wohler fühlt.“
Immer mehr lernen sich Ingrid und Vayron kennen, aber andersherum lernt auch Vayron immer mehr seine Bezugspersonen kennen. „Er ist sehr personenbezogen“, betont Ingrid. „Und er liebt es, wenn er von Carmen und mir betüddelt wird. Das ist für ihn sehr wichtig.“ Im Training werden Ingrid und der Große von Johannes Augustin betreut, regelmäßig kommt auch Cheftrainerin Monica Theodorescu. Den Schmied oder Tierarzt hat Vayron nie gewechselt – beide sind zu ihm nach Dänemark gefahren, als er bei Daniel war, und kommen jetzt auch regelmäßig in den Stall Klimke nach Münster. Außerdem kriegt Vayron sein Ausgleichsprogramm mit viel Ausreiten, ab und zu ein Cavaletti springen und Paddock bzw … „Ab Montag ist die Hengstwiese offen, dann geht er nach Hagen erst mal auf die Wiese“, erzählt Ingrid.
Es ist das Gesamtprogramm, was stimmen muss, damit man solche Runden wie heute in Hagen erleben darf.

Sehr gut präsentiert: Lord Europe von Leonie Richter
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Lord Europe (Z.: ZG Pleines, Bes.: Paul Schockemöhle; Aventus Sport Kft.): 2023 war er Vize-Sieger im Finale des Nürnberger Burg-Pokals, 2025 gehörte er zu den Finalisten des Louisdor-Finales, in Hagen hatte er seinen zweiten internationalen Grand Prix-Auftritt – und der war stark. Unter dem Sattel seiner Ausbilderin Leonie Richter erhielt der Lord Leatherdale-Sohn 72,261 Prozent und belegte in diesem sehr gute besetzten Grand Prix Rang vier.
HIER geht es zu den genauen Ergebnissen.


