Louisdor-Tickets für Imo Pectore und Szechuan
Es war knapp – die Entscheidung bei der ersten Etappe im Louisdor-Preis in Hagen. Zwischen den ersten fünf Plätzen lagen weniger 1,4 Prozent. Der Sieg ging am Ende an Frederic Wandres und den neunjährigen Imo Pectore mit 71,809 Prozent. Platz zwei und damit das zweite Finalticket sicherte sich Dr. Annabel Frenzen im Sattel von Szechuan mit 71,149 Prozent.
Foto oben: Das Siegerpaar! © www.sportfotos-lafrentz.de
Die nächsten drei Pferde hatten die 70 vor dem Komma: Majestic Taonga unter Lisa Wernitznig (70,617 %), Vitally PCH unter Anna Schölermann (70,532 %) und Vaida-Girl OLD unter Bianca Nowag-Aulenbrock (70,447 %).

Erste Louisdor-Sieger der Saison: Imo Pectore und Frederic Wandres
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„Imo Pectore war mega“, strahlte Frederic Wandres. „Ich hätte mit allem gerechnet dieses Wochenende, aber nicht, dass Imo Pectore den Louisdor hier in Hagen gewinnt. Hagen ist seit Jahren ein schwieriger Auftakt mit sehr viel Konkurrenz und die erste Visitenkarte in die Saison. Dass er da schon so eine Nummer zeigt, da sind wir wirklich stolz auf ihn.“ Dieses Pferds sei über sich hinausgewachsen. „Wir freuen uns natürlich auch, das Ticket für die Frankfurter Festhalle schon im April in der Tasche zu haben. Das bedeutet, dass wir uns im Sommer darauf konzentrieren können, das Pferd in Ruhe weiter auszubilden und uns vielleicht schon ein kleines Augenzwinkern in Richtung Grand Prix erarbeiten können.“
Großes Lob ging auch an den Reiter Wandres von Fachkommentator Dr. Dietrich Plewa. „Der Reiter hat das Pferd mit sehr viel Erfahrung und Gefühl für sein Pferd präsentiert. Die Piaffen sind beispielsweise schon schön diagonal, das Pferd nimmt sehr viel Last auf, kommt mit der Kruppe deutlich runter, aber es fällt ihm im Moment noch schwer, die Lebhaftigkeit der Tritte zu erhalten. Das hat der Reiter sehr geschickt nach vorne ausgeglichen.“ Ähnlich sei das Bild in den Pirouetten, so Plewa. Da sei das Pferd fast ‚zu sehr‘ bemüht, die Last aufzunehmen, aber Frederic Wandres habe ihm gestattet, den eigenen Rhythmus zu finden, nicht zu übereilen oder sich zu überfordern.
Wandres hat das Pferd erst Ende vergangenen Jahres von seiner Chefin, Bianca Kasselmann, übernommen. Ist in Hagen das erste Mal mit dem Asgard’s Ibiza-Sohn in eine Inter II eingeritten und heute erstmals in den Louisdor-Grand Prix. „Ja, es ist natürlich nochg alles ein bisschen grün, aber ich denke“, so Wandres, „das Pferd zeigt sehr viel Potenzial.“

Dr. Annabel Frenzen und Szechuan.
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Auch von dem zweiten Pferd, Szechuan unter Annabel Frenzen, das sich schon auf das Finale in Frankfurt freuen darf, war Plewa sehr angetan. „Die Piaffe ist durch ein sehr federndes Abfußen gekennzeichnet, das Pferd entwickelt locker guten Ausdruck und behält ganz sicher den Takt bei. Diese Gleichmäßigkeit wird auch jeweils in die Passagen übernommen – das waren sicher Höhepunkte. Ich würde sagen, das ist ein sehr perspektivreiches Grand Prix-Pferd.“ Die Reiterin selbst war „super happy“, das Pferd sei so motiviert und habe so viel Spaß. „Ab und zu ist er etwas übermotiviert, da muss er mir dann noch ein bisschen besser zuhören“, schmunzelt sie.

Lisa Wernitznig und Majestic Taonga
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Bei Majestic Taonga unter Lisa Wernitznig, Bereiterin im Stall Isabell Werth, resümierte Plewa: „An der Grundqualität dieses Pferdes haben wir überhaupt keinen Zweifel, wer da nicht begeistert ist, der hat sich für den Dressursport noch nicht richtig geöffnet.“

Haben sich top in Szene gesetzt: Vitally und Anna Schölermann
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Großen Applaus gab es vor Ort auch für den Viertplatzierten Vitally PCH unter U25-Europameisterin Anna Schölermann. „Die Runde hat mir außerordentlich gefallen“, setzte Plewa ein Zeichen. „Es war einerseits beeindruckend, weil wir hier eine junge Grand Prix-Reiterin haben, die im besten Sinne professionell reitet – sehr erfahren und einfühlsam. Und zum anderen haben wir ein Pferd gesehen, das ganz offensichtliches Talent hat für alles, was hier gefordert ist.“ Bei den Zuschauern wäre das Paar in der Spectator Judging App vorne gewesen.
Die nächste Station des Louisdor-Preises steht Mitte Mai in Hamburg auf dem Programm.
HIER geht es zu den genauen Ergebnissen.


