Herning mit Hausaufgaben, aber zufrieden

„Wir fahren zufrieden, aber auch mit Hausaufgaben nach Hause“, so das Resumee von Co-Bundestrainer Hendrik Lochthowe nach Weltcup-Etappe Nummer eins in Herning.

Co-Bundestrainer Hendrik Lochthowe mit den Damen des deutschen Weltcup-Trios von Herning.
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„Ich habe es sehr genossen“, strahlte Dr. Svenja Kämper-Meyer. „Vielleicht zu sehr, am Ende hatte ich ein paar teure Fehler.“ Mit einem Lächeln ergänzt sie: „Der Züchter war aber ganz zufrieden, das soll ja schon was heißen, und er denkt, es dauert dann noch ein bisschen bis sie in die Zucht geht.“ Der Züchter ist kein anderer als Svenjas Vater Hans-Jürgen Meyer, Amanyara ein echtes ‘Familienprodukt a la Meyer’.

Lochthowe freut sich über die “super Entwicklung” von Amanyara und Svenja…
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Svenja freut sich über die beiden Schleifen aus Herning und das Gesamterlebnis.
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Wie gestern im Grand Prix waren auch heute in der Kür Svenja und Amanyara das beste deutsche Paar in Herning. Mit 76,285 Prozent landeten die beiden auf Rang acht in der Weltcup-Kür. Die teuren Fehler, von denen die Reiterin sprach, begannen am Ende des starken Galopps, als die Stute umsprang, und setzten sich in den folgenden Serienwechseln fort. Doppelt schade, weil das Paar zuvor schon sehr gelungene Zwei- und Einerwechsel absolviert hatte. Die Schlussreprise reitet Svenja gerne einhändig: Passagen und Piaffen mit Drehung, ein top Zeichen für stetige und zufriedene Anlehnung. Heute allerdings deutete die Stute an, dass sie sich ein kleines Stück nach oben herausheben könnte, eine etwas rundere Haltung wäre noch ein Stückchen schöner gewesen.

„Svenja hat gestern einen ihrer besten Grand Prix geritten“, resümierte Lochthowe. „Das war sehr gut. Heute in der Kür hat sie viel riskiert, dadurch schlich sich doch der ein oder andere Fehler ein. Risiko gehört auch ab und zu mal dazu, aber ich denke, beim nächsten Mal könnte sie wieder etwas mehr auf Sicherheit reiten. Insgesamt ist das Paar auf einem super Weg!“

Moritz Treffinger hatte keinen ganz gelungenen Start in die Kür. Er beginnt mit einer doppelten Rechtspirouette, dann kommen die Einerwechsel auf der Mittellinie und direkt eine doppelte Pirouette links. Schade, die Einer geritten ziemlich durcheinander, dadurch gelang auch die Links-Pirouette nicht optimal, aber danach lief es. Insgesamt hat Moritz den 16-jährigen Bonhomme-Hengst Cadeau Noir immer konstanter vor sich und sehr schön konzentriert. Definitiv haben sich die beiden in Wien und auch jetzt in Herning in sehr guter Verfassung präsentiert. „Als Moritz aus der Halle geritten kam, schüttelte er erst mal den Kopf“, erzählt Lochthowe, „er hat sich schon sehr über den Fehler zu Beginn geärgert. Aber er hat das Pferd wirklich gut in Schuss und das Publikum hat ihn schon lange bevor er fertig war mit tollem Applaus gefeiert.“ 75,490 Prozent erhielten Moritz und Cadeau für ihre Weltcup-Kür.

„Ich habe Dorothee (Schneider) und First Romance beim Abreiten beobachtet und das war richtig gut. Das Pferd trabte sehr gut und machte die Serienwechsel völlig problemlos, aber in der Halle wurde er leider ziemlich kribbelig. Es war vor allen Dingen in der Galopparbeit sichtbar, dass er sich von der Stimmung hat ablenken lassen.“ In den Zweierwechseln sprang der Fürst Romancier-Sohn nicht alle Wechsel ganz durch, in den Einerwechseln kam er aufgrund seiner Aufgeregtheit ziemlich durcheinander. Es war für ‚Roman‘ der erste Kürauftritt seit Februar 2025, also seit gut eineinhalb Jahren, und das in dieser stimmungsvollen Halle – eine Herausforderung. Am Ende erhielten Dorothee Schneider und First Romance 73,375 Prozent.

Nicht nur Reiter und Pferde waren erneut von Hernings Kulisse beeindruckt, wie in jedem Jahr, auch Lochthowe betonte: „Das Publikum feiert hier den Dressursport, das ist irre! Es war eine fantastische Stimmung und die Zuschauerränge voll. Wir haben ein sehr schönes Turnier erlebt, mussten aber auch den ein oder anderen Fehler einstecken. Manche Pferde sind durch die Atmosphäre doch etwas irritiert gewesen, auch bei den Reitern in der Drei-Sterne-Tour. Aber jeder lernt bei jedem Ritt etwas – Reiter und Pferde.”

Hernings Weltcup-Sieger zum dritten Mal in Folge: Cathrine Laudrup-Dufour und Freestyle.
Foto: © FEI/Pernilla Hägg

Der Sieg in der Weltcup-Kür ging mit glatten 90 Prozent an die Vorjahressieger Cathrine Laudrup-Dufour und Freestyle.

HIER geht’s zu den genauen Ergebnissen aus Herning.