20-Dollar-Goldie siegt in Mexiko

Goldie, Scandic, Weltcup-Gene und eine besondere Aktion für Grooms: Julio Mendoza Loor gewinnt die Weltcup-Kür in Mexiko mit ’20-Dollar-Goldie’.

Alle Fotos: © Lukasz Kowalski

Das Weltcup-Viereck von Mexiko

Julio Mendoza Loor & Jewel’s Goldstrike – die Mexiko-Sieger der Weltcup-Kür

Zum zweiten Mal war Mexiko, St. Vincent, Gastgeber einer Dressur-Weltcup-Etappe. Als dritte von neun Stationen der Nordamerika-Liga 2026/2027 bot es interessanten Sport, ein liebevoll gestaltetes Kulturprogramm und sehr viel Nähe zum Publikum. Im vergangenen Jahr waren drei deutsche Paare vor Ort, 2026 ist keins unserer Paare angereist. Schade, denn das Event bietet viele Ideen, besonderen Charme und mexikanische Herzlichkeit.

Top Drei der Weltcup-Etappe Mexiko: Justina Vanagaite-Samuile, Julio Mendoza Loor und Patrik Kittel

Die Weltcup-Kür gewann Julio Mendoza Loor aus Ecuador mit Jewel’s Goldstrike, kurz „Goldie”. Das Paar erreichte 80,605 Prozent. Die Siegerkür lief zu Musik wie „Stand by Me” und startete gleich mit hohem Schwierigkeitsgrad: doppelte Galopppirouette, Zweierwechsel, noch einmal eine doppelte Galopppirouette, dann in die Einerwechsel. Dort schlich sich ein Fehler ein. Ein Highlight war dafür der Übergang aus dem Galopp in die Piaffepirouette. Das Paar punktete mit lockerem Eifer, Mühelosigkeit, Zufriedenheit und besonderen Qualitäten in der Pi-Pa-Tour. Zum Schluss ging es für den Fuchs aus der Piaffepirouette direkt zum Halten und zum Schlussgruß. Das mexikanische Publikum feierte die beiden!

In mexikanischer Siegerlaune: Julio Mendoza Loor 

Hinter dem mexikanischen Siegerpaar steckt eine besondere Geschichte. Goldie (KWPN, abstammend von Bretton Woods) galt anfangs als schwierig. Mendoza Loor übernahm ihn von einem Freund für symbolische 20 US-Dollar, mit der Bedingung, ihn sein Leben lang gut zu versorgen. Goldie lebt wie alle Pferde des Ecuadorianers weitgehend rund um die Uhr auf der Weide.

Eckpunkte ihres gemeinsamen Weges – 2023: Bei den Panamerikanischen Spielen in Santiago de Chile holte das Paar die erste Dressur-Goldmedaille der Geschichte für Ecuador und qualifizierte sich damit für Olympia. 2024: Bei den Olympischen Spielen in Paris war Mendoza Loor der erste Reiter, der für Ecuador bei Olympia im Sattel saß – mit Goldie. 2026: Das Weltcup-Finale in Texas beendeten die beiden auf Platz sechs.

Patrik Kittel & Touchdown 

Mexikos Zweiter: Patrik Kittel

Zweiter in Mexikos Weltcup-Kür wurde Patrik Kittel mit Touchdown (78,80 Prozent). Die beiden, Weltcup-Finalsieger von 2024, kennen sich in- und auswendig. Ihre Kür zu Musik wie „(I Can’t Get No) Satisfaction” war eingespielt, sicher und auf den Punkt. Die ganze Galopp-Tour floss mühelos durch das mexikanische Viereck: Die Zweierwechsel gelangen sehr gut, die 15 Einerwechsel ebenso, und die Pirouetten waren schön gesetzt. Kleine Abzüge gab es bei den Piaffen, die etwas breit hinten waren, und bei den Passagen, in denen das Pferd stellenweise vorne nicht ganz gleichmäßig agierte.

Weltcup-Gene: Kittels früheres Erfolgspferd Scandic, mit dem er 2010 und 2011 unter den Weltcup-Finalisten war, ist der Muttervater von ‘Goldie’ Goldstrike. Sieger und Zweiter teilen also Weltcup-Gene.

Turnierchef Omar Zayrik – im CDI-W-Fotopoint

Größer, mutiger, bunter

Das Motto der Veranstalter lautete „größer und mutiger”, dazu gab es ein Gesamtpreisgeld von 350.000 Euro. Das Team um Omar Zayrik will mehr sein als „einfach nur ein Weltcup-Turnier”: Es will eine Bewegung schaffen, ein dressursportliches Rundum-Event, das nicht nur in Lateinamerika, sondern weltweit für Aufsehen sorgt und neue Ideen entwickelt. Sportliche Leistungen sollen hier auf menschliche Nähe und gedanklichen Austausch treffen.

Das war auch abseits des Vierecks zu spüren. Das Kulturprogramm war liebevoll gemacht und sehr mexikanisch. Besonders charmant: Bunt bemalte Skulls (Totenköpfe) wurden zugunsten der Grooms versteigert, die einen Teil der Erlöse erhielten.

Weltcup-Standort Rancho St. Vincent am Rande von Mexico City

Deutsches Knowhow vor Ort

Auch aus Deutschland war Fachwissen dabei: Knut Danzberg war als Richter bei der internationalen Nachwuchs- und Drei-Sterne-Tour im Einsatz, und Daniel Göhlen (Black Horse One) kümmerte sich als pferdesportlicher IT-Spezialist um Ablauf und Richtsystem.

HIER geht’s zu den genauen Ergebnissen.

Für die Westeuropa-Liga steht als nächste Weltcup-Etappe Lyon, Frankreich, von 28. Oktober bis 1. November an. Auf der Nennliste wird ein deutsches Paar geführt: Isabell Werth mit Viva Gold OLD.