Viva wird DM-Kür gehen

Was hat sie von Wendy gelernt und nimmt es jetzt mit auf Viva? Wie schätzt sie das deutsche Team in Richtung WM ein? Und warum Viva Gold OLD die DM-Kür gehen wird? Am Rande von Balve – im Gespräch mit Isabell Werth.

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Werth und Wendy in Balve
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dressursport.kim: Isabell, Du hast schon mit 15 verschiedenen Pferden Medaillen bei der Deutschen Meisterschaft gesammelt, aber in diesem Jahr hast Du zwei ganz besondere Ausnahmepferde dabei. Was würdest Du sagen: Hattest Du schon mal ein so starkes Duo im Stall?

Isabell Werth: Doch, ich hatte auch schon in der Vergangenheit sehr starke Kombinationen. Denken wir an Gigolo und Amaretto, oder Weihegold und Bella Rose oder auch Emilio und Bella Rose. Das sind Kombis, die auch sehr stark waren.

dressursport.kim: Ich darf wahrscheinlich nicht fragen, ob Wendy oder Viva mehr Spaß macht?

Isabell Werth: (lacht) Nein, das wäre ja so, als ob man eine Mutter fragt, welches Kind sie lieber hat. Sie sind einfach beide genial und es macht mit beiden mega Spaß. Bei dem Hengst kommt noch mal dieses Bildschöne, dieses ‚Hoppla, hier bin ich‘ dazu. Die Stute hat dafür eine riesengroße Präsenz im Viereck. Sie sind beide auf ihre Art einfach spitze.

dressursport.kim: Hast Du auf einem der Beiden schon mal ein Gefühl erlebt, was Du bewusst auf den anderen mitgenommen hast?

Isabell Werth: Ja, definitiv. Bei der Stute habe ich über lange Zeit versucht, noch mehr Kontrolle zu haben, um die Wechsel hinzukriegen. Dass ich jetzt von dieser Kontrolle wegkomme und vielleicht auch in Kauf nehme, dass mal ein kleiner Fehler passiert – das hat sie mir wirklich beigebracht. Und das versuche ich jetzt auch auf Viva mitzunehmen, auch wenn er natürlich noch nicht so ausbalanciert und sicher ist wie Wendy. Am Freitag habe ich zum Beispiel hier in Balve das erste Mal beim Training auch mit Viva die Zügel bei den Wechseln in eine Hand genommen und ihn mehr alleine gelassen, um ihn in noch mehr Eigenbalance und Selbstverständlichkeit zu kriegen. Das ist jetzt auch ein Findungspfad. Du kannst nicht alt genug werden, um nicht immer wieder neu zu denken. Und manche Sachen liegen im Nachhinein so nah, dass man sich wundert, wieso man da nicht früher draufgekommen ist.

dressursport.kim: Wir sind im WM-Jahr, Balve ist erste Sichtung – gibst Du uns eine Einschätzung des deutschen Teams, auch wenn es natürlich noch nicht feststeht, in der internationalen Einordnung?

Isabell Werth: Eins ist klar: Wir brauchen unbedingt Katha (Katharina Hemmer). Ich hoffe, dass Denoix wieder rechtzeitig fit ist und die Mannschaft in Aachen verstärken kann. Das ist dringend nötig, wenn wir über das Thema Titelverteidigung bzw -Rückgewinnung nachdenken wollen (Anm.: Bei der letzten WM in Herning 2022 gewann das deutsche Team die Bronzemedaille). Die größte Konkurrenz kommt sicher aus Großbritannien, die haben laut Papierform die stärkste Präsenz. Die Dänen hatte ich auch stärker auf dem Plan, aber da hatte ich noch Nanna (Skodborg Merrald) mit im Blick. Sie hätte mit St. Paris eine spannende neue Kombi werden können, aber das hat sich ja nun zerschlagen.

(In Kürze: Nanna war acht Jahre Chefbereiterin des Gestüts Blue Hors, aber vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass Blue Hors die Zusammenarbeit aufgekündigt hat. Somit wird Nanna auch nicht mehr im Sattel der ehemaligen Weltmeisterin der jungen Dressurpferde, St. Paris, Platz nehmen.)

dressursport.kim: Ein kurzer Ausblick auf morgen, den Kürsonntag in Balve. Mit wem wirst Du in der Kür antreten?

Isabell Werth: Nach Absprache mit dem Dressurausschuss wird Viva in der Kür gehen, Wendy hat einfach schon eine Menge mehr Erfahrung, die er noch sammeln darf.

Die Kür beginnt am Sonntag um 10.45 Uhr in Balve, zuvor sind bereits ab 8.00 Uhr die U25 mit ihrer DM-Kür am Start.

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