“Allein schon die Kaderausrüstung überstreifen zu dürfen!”
Zwei Olympiasieger-Paare und zwei 5*-Premieren! Am kommenden Wochenende steht der Fünf-Sterne-Nationenpreis im Grand Parquet in Fontainebleau an. Zwei Damen und zwei Herren gehen für Deutschland an den Start.
Foto oben: © Archiv www.tomspic.de
Das Team:
- Dr. Svenja Kämper-Meyer mit Amanyara M FRH
- Frederic Wandres mit Bluetooth OLD
- Benjamin Werndl mit Quick Decision FRH
- Isabell Werth mit Wendy de Fontaine
„Ein Team mit zwei Olympiasieger-Paaren, die jetzt in die Outdoor-Saison starten, das ist ja schon mal sehr schön“, freut sich Cheftrainerin Monica Theodorescu. „Für Svenja Kämper-Meyer wird es der erste Fünf-Sterne-Nationenpreis. Sie hat mit Amanyara sehr schöne Prüfungen in der Weltcup-Saison geritten, zuletzt in `s-Hertogenbosch, und sie hat sich im vergangenen Jahr schon die beiden 4*-Nationenpreise in Lier und Flasterbo sehr gut präsentiert. Und Benni Werndl hat sich mit seinem jungen Pferd schon gut über Drei-Sterne-Turniere in den internationalen Sport gefunden, erst in Salzburg, dann in Ornago.“ Werndls Quick Decision ist ein zehnjähriger Sohn des Quaterhall. „So dass es jetzt für das Paar an der Zeit ist, einen Schritt weiterzugehen. Das ist ein großer Schritt, aber ich glaube, das ist passend“, betont Theodorescu. Eine direkte Verbindung zur Auswahl der WM-Mannschaft haben die Ergebnisse aus Fontainebleau nicht, aber… „letztendlich hat jetzt alles etwas mit der WM in Aachen zu tun“, erklärt die Cheftrainerin. „Die Paare müssen sich in der Saison beweisen und jeder geht seinen eigenen Weg in Richtung DM in Balve.“
Im Vorfeld lassen wir hier bei dressursport.kim die beiden Herren einige Gedanken mit uns teilen.

Bluetooth – raus aus der Winterpause, rein in die Grüne WM-Saison. Fährt mit seinem bewährten Team nach Fontainebleau 🙂
© EQWO, Petra Kerschbaum
Für Bluetooth von Frederic Wandres ist es der erste Start seit dem Top 12 Finale in Frankfurt im Dezember. Nach zwei Europameisterschaften darf der 16-Jährige nicht nur als erprobt und erfahren bezeichnen werden, er konnte auch mit konstant hohen Leistungen in den vergangenen Jahren überzeugen
Frederic Wandres mit Blick auf seinen Nationenpreisstart in Fontainebleau: „Der Plan mit Bluetooth, in Fontainebleau zu reiten, steht tatsächlich schon seit Frankfurt. Und als jetzt meine Teamkollegen feststanden, war ich natürlich sehr happy: Isabell, Benni, Svenja – ich glaube, das ist ein tolles Team und das wird eine gute Zeit. Bluetooth ist sehr routiniert und ich kann mich auf ihn verlassen, auch nach der Pause, was die Atmosphäre oder ‚das Guckige‘ angeht, trotzdem muss jede Aufgabe wieder neu geritten werden. Man darf nichts dem Zufall überlassen und darf sich nie zu sicher sein. Wir haben über den Winter bis Ende März locker, aber regelmäßig trainiert. Wenn ich in Wellington war, hat ihn ein Kollege von mir ein bisschen gejoggt, und wenn ich da war, kam Monica (Theodorescu) regelmäßig und wir haben zusammen trainiert. Anfang April haben wir das Training ein bisschen mehr wieder Richtung Turnier ausgerichtet. Natürlich liegt der Schwerpunkt mit Blick auf die WM in Aachen. Und so ist auch über den Winter das Hauptaugenmerk gewesen: Bluetooth fit und fröhlich zu halten. Die Lektionen kann er, natürlich gibt es immer kleine Stellschrauben, aber da gab es jetzt nichts Konkretes, an dem wir ganz gezielt gearbeitet hätten. Morgen, Donnerstag, früh fahren wir los, machen auf der Hälfte in Aachen einen kleinen Stopp und dann geht’s weiter nach Fontainebleau.“

Nimmt in Fontainebleau den Sprung von der 3*- in die 5*-Ebene: Quick Decision unter Benjamin Werndl
Für Benjamin Werndl und Quick Decision wird es erst das dritte gemeinsame internationale Turnier überhaupt, erstmals auf Fünf-Sterne-Niveau.
Benjamin Werndl: „Ich freue mich sehr auf Fontainebleau und jetzt auch wieder im deutschen Nationenpreisteam zu sein. Es ist ja doch schon wieder eine Zeit her.“ Um genau zu sein war Werndls letzter Nationenpreis-Auftritt 2022 in Aachen mit Famoso OLD. „Ich bin zwar schon zwei internationale Turniere mit Quick geritten, aber jetzt gleich 5-Sterne – da komme ich schon so ein bisschen aus meiner Komfortzone“, schmunzelt der WM-Erfahrene. „Quick fühlt sich sehr, sehr gut an. Er ist ein sehr besonderes Pferd in vielerlei Hinsicht. Er ist mein Partner geworden, wir vertrauen uns immer mehr. Ich möchte eigentlich gar nicht so viel reden im Vorfeld, ich möchte erstmal reiten und mich auf jeden nächsten Schritt konzentriere: das Einreiten, dann das Antraben und dann Lektion für Lektion. Trotzdem spüre ich natürlich, dass das etwas Besonderes ist. Allein schon die Kaderausrüstung auspacken und überstreifen zu dürfen, ist ein besonderes Gefühl. Die letzte, die ich hatte, war rot, jetzt ist sie blau. Ich mache das nicht dafür, ich mache das, weil mir das Reiten jeden Tag so viel Spaß macht. Aber es ist trotzdem ein toller Moment und macht mich auch stolz.“
HIER gibt’s weitere Infos zu Fontainebleau.


