“Der Auslöser war Kiss”

Jessica von Bredow-Werndl kommt zum ersten Mal nach Görlitz und bringt gleich drei Pferde mit: zwei für den Nürnberger Burg-Pokal und Times Kismet.

Foto oben: Jessica von Bredow-Werndl – freut sich auf Görlitz (©Archiv www.sportfotos-lafrentz.de)

Dorothee Schneider, Raphael Netz, Lena Hassmann, Carina Scholz, Jessica von Bredow-Werndl – das ist ein kleiner Auszug aus der Liste der Genannten für die vierte Etappe des Nürnberger Burg-Pokals. Zum sechsten Mal macht der Nürnberger Burg-Pokal auf dem Rosenhof in Görlitz Station und hat sich als charmante Station mit top Bedingungen einen Ruf gemacht.

Während Dorothee Schneider schon Stammgast in Görlitz ist, kommt die viermalige Olympiasiegerin Jessica von Bredow-Werndl zum ersten Mal und bringt neben zwei Burg-Pokal-Kandidaten auch ihre aktuelle Nummer eins, Times Kismet, mit.

Mit wem warum nach Görlitz – wir haben mit Jessica gesprochen:

dressursport.kim: ⁠Du bringst zwei Pferde für den Burg-Pokal mit, die man bisher beide noch nicht in dieser Serie gesehen hat – erzähl uns etwas über die Beiden.
Jessica: Feliciana BB und Singleton sind noch sehr jung, erst sieben, beide haben natürlich noch ihre Unsicherheiten, aber beide haben auch krasses Talent. Das stimmt, sie waren noch nicht im Burg-Pokal unterwegs, aber sie bekommen jetzt die Chance, Erfahrung zu sammeln. Deswegen bringe ich beide mit und dann schauen wir mal.

dressursport.kim: ⁠Beginnen wir mit ein paar Worten zu Feliciana …
Jessica: Feliciana haben wir dreijährig gekauft, direkt vom Züchter Bernhard Sieverding, sie ist eine Tochter von Follow Him’s Schönweide. Felis Mutter ist Beniciana, die wiederum Beatrice Bürchler gehört, mit der mich eine lange Partnerschaft und Freundschaft verbindet – da schließt sich ein schöner Kreis. Feli hatte dreijährig schon überragende Grundgangarten, ganz viel Gummi und ein tolles Hinterbein. Vergangenen Herbst habe ich sie übernommen, bis dahin hat sie unser ehemaliger Bereiter Adrian (Muñoz Jurado) geritten. Er war mit ihr letztes Jahr im Finale der Sechsjährigen beim Bundeschampionat dabei. Ich habe sie erst auf einem Turnier geritten, einer Jungpferde-S in Brunnthal, die haben wir mit 78 Prozent gewonnen, natürlich auch durch die B-Note, die bei 85 Prozent lag. Ich war sehr positiv überrascht. Es war alles noch etwas wackelig, aber wir hatten kaum technische Fehler und sie hat wirklich keine Schwäche. Besonders viel Spaß machen mit ihr die fliegenden Wechsel, die sind richtig toll. Feliciana hat auch ein stabiles Selbstvertrauen, sie hat, glaube ich, kein Problem mit Atmosphäre.

dressursport.kim: ⁠Kommen wir zu Singleton…
Jessica: Singleton haben wir Ende fünfjährig gekauft, er ist ein Sohn v. Secret, gezogen von Saddle Me Engelke, und gehört uns zusammen mit EE Invest. Ihn reite ich schon länger als Feli, schon seit März letzten Jahres. Ihn kenne ich also noch ein bisschen besser. Er ist ein etwas schüchterner als sie, aber auch er hat sehr, sehr viel Potenzial und will alles richtig gut machen. Wenn er sich gut konzentrieren und mir zuhören kann, sind seine Wechsel auch ganz toll. Manchmal übernimmt er allerdings noch selbst das Ruder und baut schon mal ein paar Zweierwechsel ein (lacht). Er hat definitiv auch keine Schwäche, kann aber schon mal heiß werden. Ich bin sehr gespannt, wer von den Beiden am Ende in Görlitz besser abschneidet, ich könnte es nicht vorhersagen…

‘Kiss’ kommt auch mit nach Görlitz

dressursport.kim: ⁠ ⁠Du kommst zum ersten Mal nach Görlitz – wie fiel die Entscheidung?
Jessica: Der Auslöser war eigentlich Kiss (Times Kismet). Ich möchte mit ihr den nächsten Schritt machen und mich international weiterentwickeln. Das tue ich am besten, wenn ich einen ehrlichen Blick in den Spiegel werfe, und das kann ich am besten, wenn ich auf dem Turnier bin. Zu Hause weiter trainieren und regelmäßig ein Check-Up auf einem Turnier machen – das ist der Plan. Und in der Wintersaison möchte ich mit ihr auf den Weltcup-Turnieren weiterwachsen, deswegen werde ich in Görlitz mit ihr auch in der Kür starten. Über die Weltcup-Saison und in den Weltcup-Arenen können die Pferde ganz viel lernen. Und zu Görlitz: von dem Turnier habe ich sehr viel Gutes gehört, es passt gerade genau in meinen Plan und ich freue mich, dass dort auch eine Burg-Pokal-Etappe ist und ich gleich meine beiden Siebenjährigen mitnehmen kann. Das passt für mich prima.

Jessica von Bredow-Werndl beim Burg-Pokal-Finale 2009.
(© Max Schreiner)

dressursport.kim:⁠ ⁠Dreimal warst Du schon im Burg-Pokal-Finale dabei, das letzte Mal 2009. Dann haben wir Dich länger nicht in der Serie gesehen – warum?
Jessica: Ich habe mich in den vergangenen Jahren eher auf anderes konzentriert. Aber diese Serie ist einfach toll und ich habe nur gute Erinnerungen an den Nürnberger Burg-Pokal. Ich weiß noch genau, als ich als kleines Mädchen in München den Burg-Pokal in der Führzügelklasse gewonnen habe. Es gab, glaube ich, fünf Abteilungen und ich wurde am Ende mit meinem Pony Little Girl Gesamtsiegerin – da war ich mächtig stolz.

Burg-Pokal-Siegerin Jessi – stolz mit Pokal (@ privat)

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