Unsere U25-EM-Kandidaten/4 – Rose Oatley
Zum noch besseren Mitfiebern stellen wir hier nach und nach unsere EM-Damen vor. Jetzt: Rose Oatley.
Roses Motto: „Ich möchte mein Team zufriedenstellen. Das ist mein A und O.“
Foto oben: Rose ganz oben auf dem DM-Podium in Balve (© www.sportfotos-lafrentz.de)
• Geb.: 18. Januar 2007
• Pferd: Alive and Kicking, 12-jährige Westfalen Stute v. All at Once
• 10 Goldmedaillen bei Nachwuchs-Europameisterschaften von 2019 bis 2025. Eine Gold- und eine Silbermedaille bei der U25-DM
• Danach wurde das Paar das erste Mal ins U25-EM-Team berufen.

Team Rose: ‘Audrey’, Mutter Kristy und Rose
www.sportfotos-lafrentz.de
Mutter Kristy Oatley ist vierfache Olympiateilnehmerin, 2018 hat sie ihr bisher letztes großes Championat bestritten, die Weltmeisterschaften in Tryon. 2018 war Rose elf und hat alles hautnah miterlebt. Jetzt wird sie erstmals selbst bei einem Championat dabei sein, bei dem es um Grand Prix-Sport geht. Und das mit einem Pferd, das sie erst seit knapp vier Monaten kennt: die zwölfjährige Audrey, alias Alive and Kicking, die sie von der britischen Olympiasiegerin Charlotte Dujardin übernommen hat.
dressursport.kim: Kurz vor EM-Start – wie ist Dein Gefühl?
Rose: Ich muss sagen, ich bin sehr nervös. Wirklich sehr nervös. Das ist noch mal etwas ganz anderes als Junioren- und Junge Reiter-Meisterschaften, weil man theoretisch auf dem Niveau der Senioren reitet. Klar, noch in einer bisschen vereinfachten Prüfung, aber trotzdem ist man auf dem Seniorenlevel angekommen. Jetzt ist es noch mal eine ganz neue große Bühne, finde ich.
dressursport.kim: Wie fährst Du Dich runter? Hast du spezielle Taktiken?
Rose: Nicht unbedingt Taktiken. Ich bleibe einfach im Austausch mit meiner Mutter und Herrn Meyer zu Strohen, schaue positiv auf das Training, reflektiere, wie das Training war und was ich besser machen muss. Für mich ist es am besten, wenn ich so viel wie möglich anderen Kram am Turnier mache: im Stall sein, mit Audrey spazieren gehen, ein bisschen etwas für die Uni machen, damit mein Kopf sozusagen keinen Leerlauf bekommt.

Rose und Audrey beim ersten Training vor Ort in Pilisjászfalu
© EQWO/Petra Kerschbaum
Audrey ist der Stallname von Alive and Kicking, so hat schon Charlotte Dujardin die Stute genannt. Warum Audrey? „Ich glaube, weil sie auch so unfassbar leichtfüßig ist. Das passt irgendwie“, erklärt Rose. Rose und Audrey war von Anfang an ein ‚Match‘. Wenige Tage nachdem Rose die Stute übernommen hat, ging sie mit ihr schon in Klein Offenseth in einer Inter II an den Start und gewann mit 75,351 Prozent. Insgesamt haben die Beiden erst sechs gemeinsame Prüfungen absolviert, vier davon haben sie mit hohen Prozenten gewonnen, darunter den Deutschen Meistertitel in der Kür. „Audrey ist unfassbar ehrgeizig und wenn ich ein bisschen nachlasse, gibt sie noch eine Schippe drauf und pusht mich selbst“, beschreibt Rose ihre Erfolgspartnerin. „Dann sagt sie: Eigentlich muss man das eher so reiten und ich gehe dann nach ihrem Gefühl. Das ist sehr hilfreich. Das ist etwas anders als bei meinen anderen Pferden, die sind sehr auf mich abgestimmt. Bei Audrey stimme ich mich auf sie ab. Das ist für mich eine neue Herausforderung.“ Und wenn Rose mal an einem Punkt ist, an dem sie nicht ganz sicher ist, wie sie damit umgehen soll, schickt sie Charlotte ein Video. „Charlotte hat Audrey über sieben Jahre ausgebildet, sie kennt sie in- und auswendig. Sie gibt mir dann sofort einen Tipp, was ich anders machen könnte.“
Rose studiert International Business Management in Hamburg. Vom Trainingslager in Warendorf am vergangenen Wochenende ist sie nach Hause gefahren, hat dort noch einige Pferde geritten und am Montagmorgen eine Klausur geschrieben. Parallel ist ihre Familie mit Audrey schon auf dem Weg zur EM nach Pilisjászfalu gewesen. An ‚normalen Tagen‘ reitet Rose vor und nach der Uni und fährt nahezu täglich die gut 45 Minuten nach Hamburg zum Studieren. Nach dem Sommer startet sie in ihr drittes Semester. „Und dann gucke ich mal, wo die Reise hingeht“, schmunzelt Rose. Aber eins weiß sie sicher: „Egal, was beruflich kommt, ich möchte auf jeden Fall immer weiter reiten.“
Bei ihrer ersten U25-EM hat Rose ein Ziel: „Ich möchte mein Team zufriedenstellen. Das ist mein A und O. Nichts anderes als das. Mein Team ist meine Familie, mein Team zu Hause im Stall und Herr Meyer zu Strohen. Das ist mein Team. Keine anderen, nur meine kleine Einheit.“
Rose und Audrey gehen als deutsches Schlusspaar bei der Teamaufgabe der U25-EM in Pilisjászfalu ins Viereck. Ihre Startzeit: Donnerstag 16.15 Uhr. Gegen 17.40 Uhr stehen dann die Mannschaftsmedaillen fest!
Hier noch einmal alle Startzeiten im Überblick:



