Den Spaß im Vordergrund!

Das Management in Richtung Championat mit Blick auf die Aachen-WM – “Das Allerwichtigste ist: Sie müssen an dem, was sie machen, Spaß haben!” (Götz Brinkmann)

Foto oben: Götz Brinkmann mit Steffi Wiegard (Pflegerin) und Wendy de Fontaine am Rande der EM in Crozet (© www.sportfotos-lafrentz.de)

Es sind noch knapp fünf Monate bis zu den Weltmeisterschaften in Aachen. Das erste große Hauptziel für die WM-Kandidaten – und solche, die es werden wollen – sind die Deutschen Meisterschaften in Balve Anfang Juni. „Für die Kaderreiter und aufstrebende Kaderkandidaten ist der Start bei den Deutschen Meisterschaften Pflicht und damit ist eine sehr gute Vergleichbarkeit gewährleistet“, erklärt Cheftrainerin Monica Theodorescu. Den Weg nach Balve können die Reiter selbst gestalten, das bedeutet, die Turniere zuvor nach Absprache mit der Cheftrainerin auswählen.
Das zweite große Ziel sind die Covalliero Dressage Days in Hagen, in deren Rahmen in diesem Jahr Anfang Juli der Nationenpreis der Dressurreiter ausgetragen wird. Danach nominiert der Dressurausschuss in Abstimmung mit Theodorescu für die WM in Aachen.

Götz Brinkmann
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Götz Brinkmann ist Grand Prix-Ausbilder und -Trainer, er zeichnet sich seit vielen Jahren für das Training von Lisa Müller verantwortlich, seit 2023 reist er auch mit Isabell Werth auf die Turniere und unterstützt vor Ort. „Die Vorbereitung auf ein Championat ist natürlich von Pferd zu Pferd absolut individuell“, betont Brinkmann. „Das ist beispielsweise von der Erfahrung und Sicherheit abhängig, die ein Pferd schon auf diesem Niveau hat, was für ein Typ Pferd es ist, mental und physisch. Wichtig ist, dass man nicht versucht, den Leistungs-Peak über Wochen oder gar Monate ganz oben zu halten.“ Die Championatskandidaten bräuchten für die Sichtungen natürlich schon einen gewissen Leistungs-Höhepunkt, aber… „dann muss man sie maßvoll runterfahren, um zum richtigen Zeitpunkt, das Pferd wieder auf den Punkt hin zu trainieren, den wir dann brauchen, um die komplette Leistung abzurufen. – also beim Championat.“ Mit ‚runterfahren‘ sei nicht gemeint, dass die Pferde gar nicht geritten und nur auf die Koppel gestellt werden.

Die Pferde bleiben weiter im Training, aber man nimmt die Arbeitsintensität raus und reduziert das Lektionstraining. Ganz entscheidend ist in dieser Entspannungsphase, dass die Pferde motiviert bleiben und ein abwechslungsreiches Training dazu beiträgt. Nur so erhält man Gehfreudigkeit und Leistungsbereitschaft. „Man reitet ja nicht jeden Tag eine Aufgabe durch, noch nicht mal einmal in der Woche“, betont Brinkmann. „Die Kondition muss erhalten bleiben und das Allerwichtigste ist: Sie müssen an dem, was sie machen, Spaß haben. Und das ist natürlich auch wieder für einen Routinier anders als für ein Nachwuchs-Championatspferd.“

Vor dem Championat werden die Lektionen wieder wichtiger. „Dann muss man sich intensiv damit beschäftigen – in Einzellektionen, in Lektionsabfolgen oder mal als ganze Aufgabe.“ Auch hierbei sei wieder eine direkte Abhängigkeit zu Erfahrung und Routine eines Pferdes gegeben.

 

Tipp: Mitte Januar hat dressursport.kim bereits ein intensives Gespräch mit Cheftrainerin Monica Theodorescu geführt.

Cheftrainerin Monica Theodorescu
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Die Themen: Das ‘Wie’ zur WM nach Aachen, eine gewisse Leistungs- und Belastbarkeits-Kontinuität, die Bedeutung des Grand Prix und ob er langsam überarbeitet werden müsste… Eine Kernaussage von Theodorescu war “Niemand kann sich zum Championat ‚hinschonen‘”.

(HIER geht’s zum gesamten Interview)