Was steht bei WM-Gold-und-Bronze-Katha auf dem Plan?

Nach der WM ist vor der M-Dressur, kurzem Urlaub und jetzt Darmstadt. Am kommenden Wochenende steigt Katharina Hemmer in Darmstadt-Kranichstein in den Sattel und hat gleich drei interessante Pferde dabei: Escanciador, BreFood’s Total Belize und Kateaux.

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Escanciador, alias Emil – “Einfach ein witziger Kerl”
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dressursport.kim: In dem Trio, das Du mit nach Darmstadt nimmst, nimmt Escanciador eine besondere Stellung ein…

Katharina Hemmer: Genau, Escanciador, bei mir heißt er kurz ‚Emil‘, habe ich dreijährig gekauft (Z.: Leo Hermanns). Er ist ein Vollbruder zu dem Etro von Anush (Agarwalla, Olympiareiter aus Indien, der schon viele Jahre auf dem Fleyenhof trainiert) und Etro mochte ich auch immer gern leiden. Emil ist einfach ein witziger Kerl. Wenn du dem so ins Gesicht guckst, ist er einfach ein Pferd, was mich angesprochen hat. Ich hatte vorher das Video gesehen, da war er gerade das zweite oder dritte Mal unter dem Reiter und hatte ordentlich Schritt, Trab, Galopp. Dann habe ich mich draufgesetzt, das war noch wie ‚Freilaufen mit Reiter‘ (lacht). Ich konnte weder Tempo noch Richtung bestimmen, aber ich saß drauf. Ich habe damals Hubertus (Schmidt) ausdrücklich kein Video geschickt. Er hätte wahrscheinlich einen Herzinfarkt gekriegt, wenn er das gesehen hätte (lacht noch mehr). Aber Emil hat mir ein gutes Gefühl gegeben und hat sich wirklich sehr gut entwickelt.

dressursport.kim: Mit ‚Emil‘ wirst Du in Darmstadt im Nürnberger Burg-Pokal an den Start gehen?

Katharina Hemmer: Ja, ich habe ihn schon in Hagen und München im Burg-Pokal vorgestellt, das hat er immer gut gemacht, so um die 72 Prozent. Im Sommer hatte ich einen etwas anderen Fokus (lächelt), aber jetzt möchte ich es noch mal mit ihm probieren. Er ist ein Pferd, das gut in den Burg-Pokal passt, und macht das mit seinen acht Jahren schon super routiniert.

dressursport.kim: Wie viele eigene Pferde hast Du – neben Emil? Und wie sieht der Plan dahinter aus?

Katharina Hemmer: Zu viele (grinst). Ich habe zum Beispiel noch eine fünfjährige Fürst Bellissaro-Tochter aus der Vollschwester zu Quizmaster (einst unter Frederic Wandres), einen Vierjährigen mit Holsteiner Springblut und meinen zweijährigen ‚Zwergi‘, das ist ein Sohn aus der Vollschwester von Denoix. Er gehört mir zusammen mit Denoix‘ Besitzerin Nancy Gooding. Ich bilde die Pferde in Ruhe aus, gucke wie sie sich entwickeln und möchte sie dann in passende, gute Hände verkaufen.

BreFood’s Total Belize, alias Belly – mit unheimlich viel Ehrgeiz
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dressursport.kim: Zurück nach Darmstadt – Du bringst gleich noch ein zweites Pferd für den Burg-Pokal mit…

Katharina Hemmer: BreFood’s Total Belize vom Gestüt Fünfhausen, kurz Belly. Belly ist eine Tochter von Total Hope OLD und jetzt siebenjährig. Ich habe sie Anfang fünfjährig bekommen, damals war sie noch sehr grün und durchaus auch ein bisschen stutig. Aber irgendwann hatte ich sie auf meiner Seite, und seitdem habe ich nur noch sehr viel Freude mit ihr. Sie hat alles ganz schnell gelernt, war sechs- und siebenjährig zum Bundeschampionat qualifiziert und hat unheimlich viel Ehrgeiz und Talent. Im Moment ist sie ziemlich ehrgeizig unterwegs (schmunzelt), ich hoffe, dass ich ihren Ehrgeiz am Wochenende gut unter Kontrolle behalten kann. Sie hat auch super viel Talent für Piaffe und Passage. Bei diesem Pferd bin ich mir sehr sicher, dass das ein gutes Grand-Prix-Pferd werden wird. Und weil ich so happy mit der Stute bin, habe ich vom Gestüt Fünfhausen inzwischen auch noch zwei Halbschwestern von Belly bekommen, eine fünf- und eine neunjährige, auf deren Entwicklung ich sehr gespannt bin.

Kateaux – Grand Prix-Premiere in Darmstadt
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dressursport.kim: Einer aus dem Darmstadt-Trio fehlt uns…

Katharina Hemmer: …das ist die elfährige Bordeaux-Tochter Kateaux. Sie gehört einer Kundin von uns aus Norwegen, Karianne Klaveness Holmen, wurde im Gestüt Lewitz gezogen und steht seit Anfang des Jahres bei uns. Ich hatte das Pferd Probe geritten und war sehr begeistert, dann kam sie zu mir und ich muss zugeben, dann mussten wir uns erst einmal ein bisschen zusammenraufen. Das hat etwas länger gedauert als ich erwartet habe. Ich musste die Stute erst noch mehr verstehen und auch sie musste unsere Art zu reiten verstehen. Ich glaube, sie hat auch ein bisschen gebraucht, bis sie so richtig Vertrauen zu mir hatte. Inzwischen hatten wir zwei Turnierstarts zusammen und ich habe das Gefühl, dass so ein Turnier uns noch mal näher zusammengebracht hat. Jetzt klappt das mit uns so, wie ich es mir Anfang des Jahres erhofft hatte. Sie soll in Darmstadt ihren ersten Grand Prix gehen.

dressursport.kim: Das wird Turnier Nummer drei nach der WM in Aachen – muss man sich da auch als Reiter erst einmal wieder ‚erden‘?

Katharina Hemmer: (Lacht) Das hat sich schon am ersten Wochenende nach Aachen erledigt. Da bin ich bei uns um die Ecke auf einem ländlichen Turnier Ein-Sterne-M-Dressur mit jungen Pferden geritten. Da ist man froh, wenn der fliegende Wechsel klappt – darüber kann ich mich dann aber auch riesig freuen. Am Wochenende danach war ich noch mit Spezi (alias Special Gold PCH) in Münster und habe Grand Prix und Special geritten, was auch sehr schön war. Und, richtig, dann war ich eine Woche im Urlaub am Chiemsee und bin natürlich auch auf dem Turnier auf Gut Ising gewesen. Dort durfte ich die Grand Prix-Kür kommentieren, was mir auch richtig Spaß gemacht hat. Ohne Pferde ist für mich wirklich schwierig :-). Und jetzt geht’s mit Darmstadt weiter, während Denoix natürlich noch seine Nach-WM-Pause genießt.