“Unsere Hauptaufgabe als Sportreiter”
Gedanken zum Jahreswechsel – mit Ingrid Klimke
Die Frage: Wir sind uns alle einig, dass die Basis gestärkt werden muss. Wäre es eine Idee, alle Kaderreiter dazu zu verpflichten, einmal im Monat zwei Stunden Basisunterricht zu geben? In einem benachbarten Verein oder dergleichen?

Kinderspaß mit Ingrid Klimke – im Rahmen der Aktionswoche Vielfalt Pferd 2025 🤩
Ingrid Klimke:
Das ist eine super Idee. Ich finde aber auch eine gute Idee, wenn wir die Jugendlichen oder die Kinder zu uns einladen. Ich mache zum Beispiel immer das offene Training, bei dem sich Menschen, die gerne mal beim Training zugucken wollen, kommen. Und ich stelle immer wieder fest: Wenn ich mal so einen Tag für Schulklassen oder Kitas anbiete, die Kinder genießen das. Oder man macht mal ein Zeitgeschenk, das kenne ich vom Kinderschutzbund in Münster. Das heißt, wir schenken den Kindern Zeit. Das könnten wir auch im Reitsport übernehmen. Zeit, in der wir in den Reiterverein fahren und da unterrichten oder den Reiterverein zu uns einladen. Oder man lädt Jugendliche mit Pferd ein, zu uns zu kommen und bei uns Unterricht zu machen. Aber es muss auf jeden Fall die Basis sein – die Vereine, die Reiterschulen. Man kann Basis-Unterricht machen, Sitzschulungen an der Longe oder Pony-Spiele, egal was. Wir müssen nahbar werden und uns um den Nachwuchs kümmern. Ich glaube, das ist unsere Hauptaufgabe als Sportreiter.
Ob man daraus jetzt eine Verpflichtung machen sollte? Ich glaube, die Überzeugung ist noch besser als Pflicht. Die Überzeugung, dass wir Vorbilder für die Jugend sind, dass wir nahbar sind und sein wollen. Das müssen wir zeigen. Sie gucken gerne bei uns zu und fiebern mit. Sie sind unsere Fans auf dem Turnier, ob live oder bei Clipmyhorse.
Dann sind sie für uns da, so möchten wir auch für sie da sein.
Alle pferdeverrückten Menschen sind eine große Gruppe. Aber: Diese Gruppe muss noch größer werden. Wir wollen unsere Begeisterung, unsere Faszination zu den Pferden an der Basis und auch an Menschen oder Kinder, die nichts mit Pferden zu tun haben, weitergeben. Wenn wir in einen Verein oder eine Reitschule gehen, wenn wir wo auch immer es Menschen gibt, die sich mit Pferden befassen, zeigen: Wir helfen euch, wir sind ansprechbar! Vielleicht wünschen sich manche auch einen Filmabend und sagen: Zeig mal ein paar Filme und erzähl uns etwas von dir und deinem Leben. Oder man bietet einen bunten Abend an, an dem alle ihre Fragen loswerden können. Oder man denkt sich etwas ganz anderes aus. Wichtig ist: Das darf nicht nur einmal in zehn Jahren stattfinden. Das reicht nicht. Wir müssen stetig am Ball und an der Basis bleiben – das ist enorm wichtig.



