Startschuss Weltcup: Hernings erster Sieg – noch fehlt er …
Herning ist inzwischen ein traditioneller Standort des Dressur-Weltcups der Westeuropaliga. Auch bei deutschen Paaren ist die Auftaktstation begehrt, aber noch nie ist einem Paar aus Deutschland der Sieg in der dänischen Weltcup-Etappe gelungen.
Foto oben: Moritz Treffinger beim Weltcup-Finale in Texas 2026 – los ging diese Reise in Herning, Oktober 2025, bei seinem allerersten Weltcup-Start. (Archiv: © www.sportfotos-lafrentz.de / Tiffany van Halle)

Isabell Werth und Don Johnson FRH – zu Platz 2 in Herning 2017. Aber auch IW fehlt noch ein Weltcup-Sieg in Herning.
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2017 wurde Isabell Werth mit Don Johnson FRH und 83,755 Prozent Zweite, das beste Platzierungsergebnis, das bisher einem deutschen Paar in Herning gelungen ist. Im selben Jahr wurden Jessica von Bredow-Werndl und Zaire-E mit über 80 Prozent Fünfte. Soll heißen: Die Latte liegt hoch in Herning.
Das Weltcup-Gespräch mit Cheftrainerin Monica Theodorescu:
dressursport.kim: Wer steigt in diesem Jahr in Herning aus deutscher Sicht ein?
Monica Theodorescu: Wir hatten vier Interessenten, die gerne in Herning reiten wollten. Laut Ausschreibung sind zwei Reiter pro Nation eingeladen, aber wir haben beim Veranstalter angefragt, ob wir vier Startplätze haben können, und er hat ja gesagt. Jetzt gehen Isabell Werth mit Quantanz, Dorothee Schneier mit First Romance, Dr. Svenja Kämper-Meyer mit Amanyara und Moritz Treffinger mit Cadeau Noir nach Herning.
dressursport.kim: Lass uns einen genaueren Blick auf die Vier für Herning werfen…
Monica Theodorescu: Svenja hat ihr Interesse sehr früh angekündigt. Sie war mit Amanyara ja auch schon in der vergangenen Saison im Weltcup erfolgreich unterwegs. Sie hat ihre erste Kür vor zwei Jahren in Frankfurt geritten – nicht im Weltcup –, das hat direkt gut geklappt und seitdem hat sie schon einiges an Erfahrung in der Kür gesammelt. Moritz war im September mit Cadeau schon in Wien und hat dort seine Backstreet Boys-Kür sehr gut präsentiert.
dressursport.kim: First Romance ist seine letzte Weltcup-Kür im Februar 2025 in Göteborg gegangen…
Monica Theodorescu: Zuletzt war er Anfang September in Münster vor dem Schloss am Start und war dort jeweils Zweiter in Grand Prix und Special. Dorothee hat jetzt auch mit Karlijn einmal eine nationale Kür geritten und das war sehr gut. Mit der Stute hätte sie die Möglichkeit, ein zweites Pferd im Weltcup einzusetzen. Und Quantaz kann immer Weltcup-Punkte sammeln.
dressursport.kim: Wie ist bisher insgesamt das Interesse der deutschen Reiter an der kommenden Weltcup-Saison?
Monica Theodorescu: Ganz genau weiß man das natürlich noch nicht, aber beispielsweise die Startanträge für Stuttgart sind auch reichlich. Aber wir haben es auch schon häufiger gehabt, dass Paare erst später in den Weltcup eingestiegen sind, das muss man abwarten.
dressursport.kim: Das nächste Weltcup-Finale findet in Göteborg statt. Das könnte ein Grund dafür sein, dass in dieser Saison der Andrang noch etwas größer ist als im vergangenen Jahr?
Monica Theodorescu: Der Andrang war auch in der vergangenen Saison nicht wenig, aber aus europäischer Sicht ist Göteborg als Finalort sicher ein Vorteil.
dressursport.kim: In der Saison nach der WM und vor der EM – welche Bedeutung hat der Weltcup?
Monica Theodorescu: Im Prinzip ist der Weltcup unser Hallenchampionat. Natürlich liegt bei uns der Fokus noch mehr auf den Championaten im Sommer und eine Weltmeisterschaft ist ein anderes Level – auch dadurch, dass es eine Olympia-Qualifikation ist. So hat die WM natürlich noch mal eine andere Wertigkeit, vor allen Dingen für die Teams. Aber trotzdem haben die Weltcup-Turniere eine gewisse Aussagekraft. Sie bekommen viel Aufmerksamkeit, es sind Top-Turniere, Top-Richter, und hier und da ein Fingerzeig. Ich finde es immer wichtig, im Weltcup auch neuen Paaren eine Möglichkeit zu geben. Pferde lernen mit der Atmosphäre zurechtzukommen, Reiter auch und sie können sich im Weltcup profilieren, einen Namen machen.
Bisherige Sieger der Weltcup-Etappe Herning:
• 2017: Cathrine Dufour – Atterupgaards Cassidy – 85,945 %
• 2018: Daniel Bachmann Andersen – Blue Hors Zack – 83,375 %
• 2019: Cathrine Dufour – Bohemian – 88,190 %
• 2020: kein Weltcup wegen der Corona-Pandemie
• 2021: Cathrine Dufour – Atterupgaards Cassidy – 87,115 % (Cassidy war zu dem Zeitpunkt 18, es war sein letzter internationaler Turnierauftritt.)
• 2022: das Jahr der WM in Herning
• 2023: Patrik Kittel – Touchdown – 84,065 %
• 2024: Cathrine Laudrup-Dufour – MSJ Freestyle – 88,965 %
• 2025: Cathrine Laudrup-Dufour – MSJ Freestyle – 90,175 %
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