Netz und ‘Dieu’ – besser und besser!

Stolzer Raphael Netz, sehr gelungene Runde von Dr. Svenja Kämper-Meyer und ein auf den Punkt-Fazit von Moritz Treffinger – der Weltcup-Grand Prix in ‘s-Hertogenbosch, letzte Etappe der Weltcup-Saison. “Bisher bin ich noch nie weiter geflogen als bis Mallorca” – und was das mit ‘s-Hertogenbosch oder Texas zu tun hat…

Foto oben: © www.sportfotos-lafrentz.de

Piaffen noch mal deutlich verbessert: Dieudonne unter Raphael Netz in ‘s-Hertogenbosch. (Foto © www.sportfotos-lafrentz.de)

Raphael Netz strahlte: „Ich bin super happy und stolz auf Dieu!” Mit 72,826 Prozent hat das Paar Netz und DSP Dieudonne (Z.: Anton Herre, Bes.: Sonja Krall) eine neue Bestleistung im internationalen Grand Prix aufgestellt und damit Platz fünf im Weltcup-Grand Prix von `s-Hertogenbosch belegt. “Die Arena war doch noch etwas schwierig für ihn, beim Abreiten war er auch noch etwas nervös, aber in der Prüfung hat er sich super auf mich konzentriert!“ Drei Dinge seien für ihn besonders wichtig gewesen: der starke Schritt, der versammelte Schritt und die dreimal Halten. „Gerade die Sachen haben fantastisch funktioniert. Er war wirklich bei mir. Und wir konnten die Piaffen von meinem Gefühl her verbessern, ich bin mit allen drei Piaffen sehr zufrieden.“ Vor dem starken Galopp ist der Dante Weltino-Sohn einmal kurz in den Trab gefallen. „Das war ein Missverständnis“, erklärt Netz. „Da dachte er einfach, wir wären schon ein kleines bisschen weiter in der Aufgabe. Aber daran möchte ich mich gar nicht aufhalten. Ich freue mich auf die Kür und hoffe, dass ich das gleiche Reitgefühl wie heute morgen mitnehmen kann, denn das war wirklich toll.“

Moritz Treffinger und Cadeau Noir in ‘s-Hertogenbosch.
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Er war nicht ganz losgelassen, nicht wirklich fokussiert und in den Einerwechseln fanden die beiden einfach nicht zueinander. Moritz Treffinger bringt es selbst kurz auf den Punkt: “Heute war einfach nicht unser Tag!” Und sofort verteidigt er seinen Partner Cadeau Noir (Z.: Thomas Heuer, Bes.: Gestüt Bonhomme): “Er war so lange nicht auf einem Turnier, zwischendurch war er wegen der Deckstation in Quarantäne, jetzt deckt er seit zwei Wochen wieder – da ist es ja völlig verständlich und okay, dass er ein bisschen den Macho raushängen lässt.” Schon beim Abreiten sei er etwas “pieselig” gewesen. “Und dann kam dazu, dass ich einfach richtig schlecht geritten bin”, gesteht der 22-Jährige unverblümt. Das Motto für morgen sei klar: “Ich muss ihn so gut gelaunt wie möglich halten. Ich muss viel mit ihm spazieren gehen, ihn oft rausholen und viel zu fressen geben”, schmunzelt Moritz. “Damit er morgen wieder voll motiviert ist.”

Moritz Treffinger und Cadeau Noir nach ‘s-Hertogenboschs GP: “Heute war einfach nicht unser Tag!”

“Bisher bin ich noch nie weiter geflogen als bis Mallorca.”

Ganz vorsichtig angedeutet, weil noch nichts ganz sicher feststeht: Wenn das mit Texas klappen würde – die Chancen stehen ja nicht so schlecht, auch weil einige Reiter auf ihren finalen Startplatz verzichten werden – welcher der beiden Hengste dürfte wahrscheinlich mit? “Da hätte Fidel (gemeint Fiderdance) die Nase vorne”, erklärt Moritz. “Er war schon mal in Amerika, da wissen wir, dass er den Flug sehr gut verkraftet. Und ich finde es schön, wenn er auch noch mal ins Spotlight kommt. Letztes Jahr war das mit dem Euro-Sieg Cadeau, jetzt ist er dran. Und die Ergebnisse unterstreichen das.” Ob er in Gedanken schon den Flug gebucht hat? “Nein, das ist noch so surreal, auch wenn es schon fast in greifbarer Nähe ist. Aber ich glaube es erst, wenn es auf dem Papier steht. Jetzt möchte ich morgen erst noch mal eine gute Kür reiten und dann sehen wir weiter. Texas wäre absolut krass. Bisher bin ich noch nie weiter geflogen als bis Mallorca – und dann auch noch mit Pferd!”

Das Strahlen sagt alles: Eine sehr zufriedene Svenja Kämper-Meyer mit den gespitzten Ohren von Amanyara. 
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Zwischen die beiden deutschen Herren hatte sich Dr. Svenja Kämper-Meyer mit ihrer Amanyara M FRH (Z.+Bes.: Hans-Jürgen Meyer) auf Platz sieben gereiht (70,848 %). Ein kurzes Missverständnis in der Linkstraversale, ansonsten ‘schnurrte’ die Ampere-Tochter mit Leichtigkeit und wunderbarer Anlehnung durch die Prüfung.

Der Sieg ging an Europameister Justin Verboomen und Zonik Plus (78,457 %) vor Weltmeisterin Charlotte Fry und Glamourdale (78,022 %).

HIER geht’s zu den genauen Ergebnissen.

Am Samstag beginnt in ‘s-Hertogenbosch die Weltcup-Kür, die letzte Etappe der 39. Weltcup-Saison. ClipMyHorse.TV überträgt live.