Mit Geduld zum Doppelsieg

Geduld ist ein wichtiges Stichwort bei der Ausbildung von Pferden. Gute Ausbilder haben Geduld. Helen Langehanenberg hat schon viele Pferde bis zur Grand Prix-Reife ausgebildet, sie weiß, wie wertvoll Geduld ist. Und wie wunderbar, wenn genau die sich auszahlt – so wie jetzt gleich in doppelter Form in Ankum.

Foto oben: ©Equitaris, Tanja Becker

Darauf hat Helen zwei Jahre gewartet: Doppelsieg mit Ascenzione in Ankum 🤩

2021 hat Straight Horse Ascenzione unter der Mannschafts-Weltmeisterin das Finale des Nürnberger Burg-Pokals gewonnen – mit 77,268 Prozent. 2023 gehörte das Paar zu den Finalisten des Louisdor-Preises. 2024 und 2025 hat man die Zack-Tochter (Bes.: Tiffany Goldman/USA) auf keinem Turnier gesehen, 2026 ist sie da – und gewinnt.

Im Januar hat Helen die jetzt 13-jährige Stute erstmals in Ankum in Grand Prix und Special vorgestellt – noch mit einigen Fehlern, aber schon gut zufrieden. Fünf Wochen später war das Paar erneut in Ankum am Start: Sieg in Grand Prix und Special mit 71,167 und 73,595 Prozent.

Helen und Ascenzione 
Archiv: © www.sportfotos-lafrentz.de

„Es war einfach toll“, schwärmt Helen. „Sie hat sich von Anfang bis Ende richtig toll und leicht reiten lassen. Sie hat wirklich mein Reiterherz höherschlagen lassen. Im Special hatte ich sie vielleicht noch einen Hauch mehr vor mir, noch ein bisschen mehr im Bergauf.“ Ascenzione sei schon ein etwas ‚elektrisches‘ Modell, schmunzelt Helen. „Da war sie beim ersten Turnier nach der langen Zeit noch etwas ‚übermotorisiert‘, aber trotzdem schon gut. Und jetzt, beim zweiten Turnier fünf Wochen später, war sie noch mal ein anderes Pferd, viel gelassener. Alles war schon so selbstverständlich.“ Natürlich fehle eine gewisse Turnierroutine und Prüfungskraft. „Das merkt man in einigen Übergängen oder in der Passage, die sie noch nicht ganz so ausdrucksvoll durchgehalten hat wie zu Hause.“ Kurze Pause. „Aber ist ja auch sehr cool, dass man bei dieser Punktzahl weiß, dass da noch Luft nach oben ist“, ergänzt sie und grinst fröhlich.

Fotoshooting a la Helen und Ascenzione 🙂

Damit reiht sich Ascenzione in die Liste der Grand Prix-Pferde von Helen Langehanenberg ein – neben Daniela, Zoom und DSP Danny Cool. Hinzu kommt ihr selbstgezogener zehnjähriger Dreikäsehoch, der vergangenes Wochenende Inter II in Freckenhorst mit 73,420 Prozent gewonnen hat. „Ich bin natürlich mega stolz auf ‚Käse‘. Ich habe immer gedacht, dass er ein besonderes Pferd mit einer top Einstellung ist.“ Die Nachkommen aus seiner Mutter, der Louis le Bon-Tochter Louisiana, seien alle eher Spätentwickler, die in jungen Jahren nicht ‚die Sterne vom Himmel traben‘, erklärt Helen. „Aber das macht ja nichts. Er war immer abnormal gut zu reiten und manchmal habe ich ihn im Sommer noch mal zwei oder drei Monate auf die Weide gestellt, weil er einfach alles gemacht hat. Er ist ein total cooles Pferd.“

Zoom – einer von vier Grand Prix-Kandidaten von Helen.

Legend of Toto Evo ist ebenfalls zehn, ist ein Sohn des Toto Jr und auch er ist auf dem Sprung in Richtung Grand Prix-Sport. In Freckenhorsts Inter II punktete er auf 70,350 Prozent. „Legend of Toto Evo und Dreikäsehoch sind auf jeden Fall zwei Pferde, mit denen ich mir vorstellen könnte, in Richtung Louisdor-Preis zu reiten.“

Mit vier Grand Prix-Pferden und zwei auf dem Sprung dorthin hat Helen Langehanenberg die Wahl: Wer wann welches Turnier? In der Planung könnten Anfang April Straight Horse Ascenzione und Daniela mit zum Turnier nach Stadl Paura fahren, aber am Ende ist es wie immer: Die Pferde machen den Plan – und Helen Langehanenberg freut sich auf die Saison.