„Einfach nur Happiness!“
Drei Doppelte und eine Premiere in Frankfurts Finals! Dorothee Schneider, Frederic Wandres und gleich doppelt mit Premiere Bernadette Brune…
Es ist verdammt schwierig, sich für die bedeutenden Serienfinals in Frankfurt einen Startplatz zu verdienen. Es ist schon fast ein Geniestreich, es gleich in beide Finals zu schaffen!
Es gibt – bisher – drei Reiter, die es dieses Jahr geschafft haben, sich gleich für beide Serienfinals in der Frankfurter Festhalle zu qualifizieren: Nürnberger Burg-Pokal und Louisdor-Preis. Dorothee Schneider ist mit Valerie im Burg-Pokal- und mit Maxi Kraft’s Barcelo OLD im Louisdor-Finale dabei. Frederic Wandres hat seinen Startplatz im Burg-Pokal-Finale als einer der besten Zweitplatzierten mit Fänomen de Malleret sicher und hat gleich zwei Pferde für das Louisdor-Finale qualifiziert: Imo Pectore und Veuve Clicquot FRH. Und Bernadette Brune hat mit San To Alati FRH die Burg-Pokal-Quali in Elmlohe gewonnen und sich in Pinneberg mit Vaderland OLD ihr Ticket für das Louisdor-Finale verdient.

Mit Vaderland nach Frankfurt: Bernadette Brune
© privat
Dorothee Schneider und Frederic Wandres kennen die Festhalle gut, sie waren beide schon mehrfach dort am Start und haben Siege und Platzierungen in der Weihnachts-Atmosphäre gefeiert. Für Bernadette Brune wird es ihre Frankfurt-Premiere – und das gleich doppelt: „In Frankfurt gleich mit zwei Pferden in beiden Finals starten zu können, bedeutet für mich einfach nur Glück. Happiness, dass ich nach so vielen Jahren, in denen ich keine Pferde oder auch einfach Pech hatte, jetzt wieder zwei so tolle Pferde habe, mit denen ich da mitreiten kann.“
Bernadette hatte den Sprung ins Finale des Nürnberger Burg-Pokals schon einmal geschafft, das war 2021 mit Feel Free OLD. Damals fand das Finale allerdings wegen der Corona-Pandemie in kleinerer Version auf dem Schafhof statt. „Das war auch sehr schön, aber es war eben nicht die Festhalle“, erklärt Bernadette. 2025 war sie zum Zugucken beim Burg-Pokal-Finale in Frankfurt und hat sich vorgenommen: „Hier möchte ich auch noch mal das Finale reiten.“ Volltreffer!

Sieg in Elmlohe mit San To Alati! (©T. Hellmann)
Bernadette über ihren Burg-Pokal-Finalisten San To Alati FRH: „San To Alati ist das perfekte Pferd für mich. Santo kommt ins Viereck und sagt: ‚Ich mache das alles.‘ So ein Pferd habe ich noch nie geritten. Ihm sagst Du, ich möchte hier die Stellung und hier mehr Power, jetzt ein bisschen weniger – das macht er alles. Santo ist wirklich mein bester Freund und macht jeden Tag Spaß.“
Ihre Final-Qualifizierung für den Burg-Pokal mit San To Alati hat Bernadette Anfang August mit dem Sieg in Elmlohe gefeiert. Mit Vaderland hat sie sich Anfang September in Pinneberg für das Louisdor-Finale qualifiziert, aber erst zwei Wochen nach dem Turnier davon erfahren (s. News vom 22. September HIER). Umso größer war die Freude: „Die Louisdor-Etappe in Hagen Ende April war mein erstes großes Turnier seit langer Zeit mal wieder“, blickt Bernadette zurück. „Da muss man erst mal wieder in den Flow kommen. Beide Hengste, San To Alati und Vaderland, waren total hengstig. Wir mussten alle erst mal wieder in das große Turnier-Geschehen reinkommen.“
Mit hengstigen 66 Prozent ging es mit Vaderland in Hagen los, aber von Turnier zu Turnier, darunter auch die Louisdor-Etappen in Hamburg und Pinneberg, gewann der Hengst mehr Vertrauen. „Die ersten Turniere ist er fast durch die Prüfung gerannt – nicht zuletzt, weil er das von den Hengstschauen kannte. Und dann fing er an, mir mehr und mehr zu vertrauen, und ich musste nicht mehr so viel halten. In Görlitz war das erste Mal, dass ich auch in der Passage richtig loslassen und genießen konnte. Wenn man zum Loslassen kommt, dann wächst er unter dem Reiter noch ein bisschen mehr nach dem Motto: Guck mal, ich kann das richtig toll!“ In Pinneberg punktete das Paar mit 72,544 Prozent in der Inter II und 72,723 Prozent im Louisdor-Grand Prix – personal Bests! „In Pinneberg konnte ich zum ersten Mal wirklich fehlerfrei reiten. Sonst hatte ich immer mal einen Fehler in den Wechseln, in den Einern oder nach dem starken Galopp. Da hat er gerne manchmal einen kunstvollen Sprung über den imaginären Oxer eingebaut (lacht). Ich bin da noch etwas untertourig geritten, etwa 60 Prozent von dem, was er kann. Aber ich wollte erst mehr Sicherheit. Dass er die Lektionen ohne Fehler geht, war mir wichtiger als eine Passage für eine 8.“

Vaderland mit maximaler Lastaufnahme.
Foto: © Rüchel
Bernadette über ihren Louisdor-Finalisten Vaderland OLD: „Vaderland ist total verschmust, ganz sanft. Er will wirklich alles richtig machen, ist aber manchmal noch ein bisschen zu ehrgeizig. Ihn darf man auch nicht wie andere Pferde, zwischendurch mal etwas energischer auffordern, das darfst du bei ‚Vati‘ nicht machen. Da muss man einfach sagen: Okay, wir üben weiter und versuchen es noch mal. Vaderland hat unheimlich viel Power und Energie und gerade in den Wechseln kann er sich dann noch mal etwas verlieren. Oder er hat dann nicht genug Energie. Das ist das Einzige, was man bei ihm noch ein wenig kontrollieren muss.“
Im Finale in Frankfurt wird im Louisdor-Preis bereits der lange Grand Prix gefordert. „Ganz so weit sind wir noch nicht“, schmunzelt Bernadette. „Wir haben uns noch nicht wirklich mit den Lektionen aus dem langen Grand Prix beschäftigt, weil wir uns auf die Louisdor-Tour und die ‚Stars von Morgen‘ konzentriert haben. Ganz ehrlich: Ich habe nicht geglaubt, dass wir es ins Finale nach Frankfurt schaffen. Das ist ein Traum!“ Deshalb fange sie jetzt mit den Grand Prix-Lektionen an: „Die Wechsel von der anderen Seite, das Zickzack etc., das macht Vaderland alles schon gut, aber es ist eben noch sehr grün. Darauf konzentrieren wir uns jetzt und versuchen dann noch mal, einen oder zwei lange Grand Prix vor Frankfurt zu reiten.“
Für beide Serien werden in Guxhagen-Dörnhagen (08.10. – 11.10.2026) die jeweils letzten Finaltickets vergeben.


