Eine sehr gute Generalprobe für Texas!

Nein, kein deutsches Paar auf dem Podium und trotzdem war Neumünster eine super Weltcup-Etappe – auch aus deutscher Sicht. Und: Einer fliegt sicher, der andere? Vielleicht…

Raphael Netz wurde mit Great Escape Camelot und einem neuen persönlichen Bestergebnis von 80,940 Prozent Vierter. Und das, obwohl die Einerwechsel heute nicht fehlerfrei gelungen sind. Insgesamt liegt Netz jetzt im Weltcup-Ranking auf Platz zwei, die Führung hat mit ihrem Sieg in Neumünster Larissa Pauluis aus Belgiern übernommen.

“Es hat sich absolut fantastisch angefühlt, mit Camelot durchs Viereck zu fliegen, durch die Trabtour zu fliegen”, resümierte der 26-jährige Netz nach seiner Kür. “Mir geht das Herz auf, wemnn seine Musik anfängt und Camelot gibt mir das Gefühl, als ob er genau weiß: ‘Jetzt wird geflogen!'” Ja, sie haben einen Fehler in den Einerwechseln gehabt, aber “das darf auch mal passieren und wir konnten ihn ja auf der Jokerlinie korrigieren. Das war eine sehr gute Generalprobe für Texas!” Er gehe mit sehr kleinen, aber feinen Hausaufgaben nach Hause, an denen er noch bis zum Abflug arbeiten werde. Er fliegt sicher…

Erst voll fokussiert, dann hoch emotional: Moritz Treffinger auf Fiderdance.
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…und er fliegt vielleicht. Bei Moritz Treffinger rollten ein paar Tränen: 78,365 Prozent und Platz fünf mit Fiderdance. Was hat dieser junge Mann schon jetzt für ein Zeichen in dieser Weltcup-Saison gesetzt! “Das war ziemlich emotional für mich”, gab der 22-jährige Chefbereiter des Gestüts Bonhomme zu. “Ich wustte, dass ich besser sein muss als Platz sieben, um noch Punkte aufzustocken. Dass uns das gelungen – da war ich einfach nur erleichtert.” Bei der Schlussetappe in ‘s-Hertogenbosch wird Moritz noch einmal Cadeau Noir satteln und dann … “werden wir sehen wie da mit den Punkten ist”, lacht er. Natürlich weiß auch er, dass einige Reiter, die im Weltcup-Ranking vor ihm sind, nicht nach Texas reisen, sondern sich auf die WM vorbereiten werden. Falles es klappt und er unter die qualifizierten top Neun der Westeuropa-Liga rutscht, steht schon fest mit wem er nach Texas fliegen würde? “Nein, das ist noch offen. Alles entscheidet sich nach ‘s-Hertogenbosch.”

Leichtfüßig, zufrieden, mit pendelndem Schweif – First Class unter Ingrid Klimke.
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Ingrid Klimke und First Class wurden mit 76,250 Prozent Aachte – mit einer fehlerfreien, fließenden Runde und noch weiter ausbaufähigen Piaffen. Die Reitmeisterin freute sich nach ihrer Guten-Laune-Kür: Das hat richtig Spaß gemacht!”

“Sissy ist einfach die Beste!” (Laura Strobel und Sisters Act)

Knapp dahinter folgte mit 76,055 Prozent die Weltcup-Debütantin Laura Strobel mit Sisters Act MT OLD. Zunächst gelangen dem Paar die Zweierwechsel nicht fehlerfrei, sie wiederholten sie auf der Jokerlinie fehlerfrei und in souveräner Art und Weise. “Die erste Piaffe war schon viel lebendiger als gestern, das Rein und Raus viel besser, die Pirouetten besser – wir sind ganz ganz ganz happy. Das hat einmfach Spaß gemacht und ich hoffe, das hat man auch gesehen. Sissy ist einfach die Beste!”

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