Ein Dressur-Fest mit Viva Gold und Lord Europe

Zwei Zehnjährige, drei Premieren, zwei richtig gute Runden und Platz eins und zwei – die Drei-Sterne-Tour in Herning war ein Fest für den deutschen Dressursport.

Das ist gewaltig: Sieg in der Special-Premiere mit zehn Jahren und 79,042 Prozent. Noch gewaltiger: die Aussichten! Der zehnjährige Viva Gold OLD unter Isabell Werth zelebriert Dressursport mit jugendlicher Lässigkeit, kein Limit in Sicht.

Beeindruckend auch die Special-Premiere von Lord Europe und Leonie Richter – Platz zwei mit 71,915 Prozent.

Fröhliches Team Viva Gold mit Pflegerin Steffi Wiegard, Viva Gold OLD, Isabell Werth und Trainer Götz Brinkmann.

Viva Gold OLD – in Hernings Special-Premiere lief die Galopp-Tour noch nicht ganz rund: nur 13 Einerwechsel, ein kleiner Haker im starken Galopp, leichte Spannung am Ende der Einer zwischen den Pirouetten – und trotzdem erhielt das Paar 79 Prozent. Das bedeutet: die 80 Prozent liegen sehr greifbar in der Luft. Die Höhepunkte dieses Oldenburger Vivaldi-Sohnes sind absolut außergewöhnlich: Piaffen, Passagen, Grundgangarten, Selbstverständlichkeit, Energie aus dem Hinterbein durch den Körper. Und mit den Worten Isabell Werths: „Eine 15 für den Charakter!“ In seinem ersten Special hat der athletische Schönling kein Zeichen gesetzt, eher ein absolutes Ausrufungszeichen!

Ausnahmen in und unter dem Sattel mit Ausnahmeergebnissen!
Foto: © GB

Früh hat er gezeigt, dass er besonders ist. Seinen 14-Tage-Test beendete Viva Gold 2019 als Dressur- und Gesamtsieger mit einer dressurbetonten Endnote von 9,09, Schritt und Galopp wurden damals mit einer 10 ausgezeichnet. Sechsjährig qualifizierte er sich zum Bundeschampionat und war 2. Reservechampion in Rastede. Seinen ersten Start in der Klasse S feierte Viva Gold achtjährig mit einem Sieg und über 72 Prozent. Das alles noch unter dem Sattel von Kathrin Sudhölter. Anfang 2025 hat Isabell Werth den Beritt des Hengstes übernommen. Fünf Prüfungen hat das Paar im ersten gemeinsamen Jahr absolviert – Louisdor-Qualifikation Hamburg, Grand Prix in Münster, Louisdor-Finale Frankfurt – und alles gewonnen. Die niedrigste Wertung, die das neue Paar verbuchen musste, waren 74,158 Prozent – ein äußerst seltenes Luxusproblem.

2026 ist Herning der erste gemeinsame Start, das erste internationale Turnier für den Weihegold-Enkel und der erste Grand Prix Special. Sieg im Grand Prix mit 77,50 Prozent, Sieg in der Special-Premiere mit 79,042 Prozent. Eine spannende Reise…

Special-Premiere gefeiert: Leonie Richter mit Lord Europe und Trainer Holga Finken.
Foto: © privat

Bei Leonie Richter und dem zehnjährigen Lord Europe (Z. Werner u. Heike Pleines; Bes.: Aventus S Port Kft.) war es erneut eine gemeinsame Premiere: der erste Grand Prix Special für beide! „Das war klasse, was die beiden an diesem Wochenende hier abgeliefert haben“, ist Trainer Holga Finken begeistert. „Der Grand Prix war schon gut, aber im Special haben sie noch eine Schippe draufgelegt, obwohl Leonie vor ihrem ersten Special schon etwas nervig war.“ Aber eine Stärke der selbstständigen Dressurausbilderin ist der Fokus im Viereck, keine Zeit für Nervenflattern. „Lord Europe war im Schritt noch etwas ‚an‘, das hat Punkte gekostet“, analysiert Finken. „Und in das Angaloppieren ist sie etwas hineingejagt, aber sonst war das schon super.“ Beeindruckend lässig und gleichmäßig präsentierte das Paar die Passagen, in den Piaffen müsste sich der Lord Leatherdale-Sohn noch etwas mehr schließen, aber alles in allem wirkte das junge Paar sehr zufrieden und locker miteinander. Finkens Fazit: „Da ist noch nichts am Limit ausgeritten und für das erste internationale Turnier war das schon richtig richtig gut!“

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