“Darf ich mal eben eine Volte reiten?”

Laura Strobels erstes Fazit nach ihrem Weltcup-Grand Prix mit Sisters Act MT OLD: „Es war viel zu schnell vorbei.“ Ab und zu habe sie gedacht: „Darf ich mal eben eine Volte reiten und das nochmal machen?“, erklärt die Chefbereiterin des Gestüts Vorwerk und lacht.

Laura und Sissy – gut gelaunt in Neumünster!

Stell Dir vor, es klingelt das Telefon, die Bundestrainerin ist am Apparat und fragt Dich, ob Du die Weltcup-Tour in Neumünster mitreiten möchtest. So passiert bei Laura Strobel, gut zwei Wochen vor Turnierbeginn. Lauras Antwort: „Ja klar, mega!“

Mit vier die erste Führzügelklasse, mit 33 das erste Mal Weltcup-Grand Prix in Neumünster. Dazwischen drei Jahrzehnte Turniererfahrung. Aber Hallenturnier und dann noch Weltcup – das sei doch schon noch mal etwas anderes. „Man hat das Gefühl, man muss sich noch mehr darauf konzentrieren, bei sich und dem Pferd zu bleiben und sich nicht von der Arena-Atmosphäre beeindrucken zu lassen.“ Sisters Act, Sissy, habe eigentlich lieber die freie Fläche der Outdoor-Turniere und sei die ersten beiden Tage beim Training in Neumünster etwas aufgeregt gewesen. „Insofern war sie auch heute in der Prüfung etwas hot. Deswegen gab es die ein oder andere Situation, vor allen Dingen in der Piaff-Passage-Tour, in der ich dachte: ‚Verdammt, da hätte ich mich einmal mehr hinsetzen und durchatmen müssen, einmal das Pferd mehr aufs Hinterbein holen müssen, aber dann war es schon vorbei.‘ So viel zum Thema – es war zu schnell vorbei.“ Da ist es wieder, das ansteckende Laura-Lachen.

Beeindruckende Holstenhallen-Atmosphäre!
© www.sportfotos-lafrentz.de

Man lernt bei jedem Ritt und bei Premieren sowieso. Was hast Du heute im Weltcup-Grand Prix gelernt? „Dass ich mich auf Sissy verlassen kann, auch wenn die Trainingstage vorher etwas anders waren, als wir es gewohnt sind.“ Sie sei ein sehr „routinen-behafteter“ Mensch und wenn die Pferde dann ganz anders sind als sonst, werde es interessant. „Aber das Reiten bleibt ja dasselbe. Da muss ich schneller wieder zu mir zurückfinden und sagen ‚Hey, Du weißt doch wie das geht und wie es für Sissy am besten ist.‘ Diese Sicherheit hatte ich zwischenzeitlich etwas verloren.“

Im innigen Zwiegespräch – Laura und Sissy 🙂

2024 hat Laura die jetzt 14-jährige Sandro Hit-Tochter von Dorothee Schneider übernommen. Bei der Reitmeisterin hat Laura fast sieben Jahre gelernt und gearbeitet, danach hat sie ins Gestüt Vorwerk von Elisabeth Max-Theurer, der Sisters Act gehört, gewechselt. Mit dem Pferd hat Laura auch die Kür übernommen, die Dorothee für Sissy bereits entworfen hatte. „Doro hat die Kür nur ein- oder zweimal mit ihr geritten, aber sie passt so gut zu ihr.“ In den Musikthemen stößt man auf Klassiker wie ‚My Fair Lady‘. Zweimal hat Laura im vergangenen Jahr schon die Kür mit Sisters Act geritten, morgen, am Neumünster-Sonntag, kommt der dritte Kür-Auftritt. Zum ersten Mal im Weltcup-Viereck – in der Hoffnung, dass die Kür nicht viel zu schnell vorbeigeht…

 

Die Startzeiten der deutschen Paare:

10.28 Uhr – Laura Strobel mit Sisters Act MT OLD

10.47 Uhr – Ingrid Klimke mit First Class

11.45 Uhr – Fiderdance mit Moritz Treffinger

12.04 Uhr – Great Escape Camelot mit Raphael Netz

HIER geht es zur gesamten Starterliste der Weltcup-Kür