Die Jahrhundert-Kür

Aachens Sportchefin Birgit Rosenberg hat erklärt: “Die Dressur-Kür in dem großen Stadion war so großartig, dass wir eventuell über eine Lösung nachdenken, sie auch bei den kommenden CHIOs dort auszurichten.”

Bisher ist das nur ein Gedanke, der noch geklärt und durchdacht werden muss, aber allein, dass dieser Gedanke aufkommt, zeigt: Dieser WM-Flutlicht-Dressurabend in Aachen war ein Jahrhundert-Erlebnis! 

Flutlicht-Feeling in Aachen
© FEI/Benjamin Clark

Die Dressurtage in Aachen waren in der Tat ein Treffen der Besten der Welt, soll heißen: die Besten aus allen Teilen der Welt. 91 Reiter aus 34 Nationen waren am Start. Bei den ersten Weltmeisterschaften 1966 in Bern waren 24 Reiter aus sechs Nationen dabei. Oft habe ich in den Tagen des Grand Prix von Aachen gehört, das man das System ändern müsse, dass bei einer WM nur die Weltbesten antreten sollten. 24 Reiter hatten weniger als 65 Prozent im WM-Grand Prix von Aachen. Das ist nicht das Ergebnis eines Weltspitzen-Paares, aber diese Reiter sind die aktuell Besten in ihrem Land, in ihrem Teil der Welt. Sie sind es, die die Dressur in ihrem Teil global verbreiten, Erfahrungen mit nach Hause nehmen und sie weitergeben. Ohne diese Reiter hätten wir heute vielleicht zehn statt wie bei der WM-Premiere sechs Nationen im WM-Viereck am Start, aber nicht 34.

Wenn wir den Dressursport erhalten und weiter verbreiten wollen, ist das WM-System so wie es ist, genau richtig. Nicht nur, aber auch mit Blick auf die Olympischen Reiterspiele geradezu unerlässlich. Und wie herrlich sich Reiter gefreut haben, die teilweise mit weit unter 70 Prozent aus dem Viereck kamen. Sie hatten es geschafft, sie durften in Aachen einreiten. Das muss man erst mal schaffen!

Das Goldteam mit Equipechef und Pferdebesitzern.
© www.sportfotos-lafrentz.de

Wo sie hingehören: ganz oben aufs Treppchen – die Gold-Pfleger: Lars Ligus (Bluetooth), Stefanie Wiegard (Wendy), Pauline Albersmeier (Denoix) und Natalie Lutz (Camelot).
© www.sportfotos-lafrentz.de

Es waren gewaltige Dressurtage in Aachen, mit erstklassigem Reiten in sehr vielen Fällen! DANKE an das Aachen-Team und ein noch viel intensiveres DANKE an das deutsche Dressurteam. Es hat den allergrößten Spaß gemacht, Euch die Daumen zu drücken.

Und jetzt geht es in Aachen weiter mit den Springreitern, den Para-Dressurreitern und den Fahrern ✊✊✊