Mit San to Alati zum ‚richtigen‘ Finale
Sie hatte den Sprung ins Finale des Nürnberger Burg-Pokals schon einmal geschafft, das war 2021 mit Feel Free OLD. Aber dieses Mal ist es noch ‚richtiger‘: Bernadette Brune sichert sich ihr Finalticket mit San to Alati FRH in Elmlohe.
Foto oben: © Thomas Hellmann

Von Elmlohe in die Frankfurter Festhalle: San to Alati und Bernadette Brune
© Thomas Hellmann
2021 fand das Finale wegen der Corona-Pandemie in kleiner Version auf dem Schafhof statt. „Das war auch sehr schön, aber es war eben nicht die Festhalle“, erklärt Bernadette. 2025 war sie zum Zugucken beim Burg-Pokal-Finale in Frankfurt und hat sich vorgenommen: „Hier möchte ich auch noch mal das Finale reiten.“ Gesagt, getan!
Schon am ersten Tag bei der fünften Burg-Pokal-Etappe in Elmlohe hatte Bernadette ein traumhaftes Gefühl auf dem Abreiteplatz, aber dann hat eine Siegerehrung auf einem der anderen Plätze ihren achtjährigen Hengst aus der Konzentration gebracht. „Und plötzlich ging gar nichts mehr, ich konnte keine Lektion mehr richtig reiten. Ich wollte schon fast gar nicht mehr in die Prüfung einreiten“, schmunzelt sie. Aber Trainerin Stefanie Wolf ermunterte sie und sagte: „Probiere es einfach.“ Auf dem Weg zum Viereck habe Bernadette ein inneres Zwiegespräch mit ‚Santo‘ geführt und gesagt: „Santo, wir machen das jetzt.“ Der Hengst kam ins Prüfungsviereck und sagte: ‚Okay!‘ Sieg mit 73,122 Prozent.

Genießen ihre Siegerehrung: Bernadette Brune und San to Alati
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Am zweiten Tag legte das Paar noch eine Schippe drauf: Sieg mit 74,415 Prozent. „Santo war ein einziger Traum. Er hat einfach alles gemacht, was ich angefragt habe. Ich hatte mir ein paar Sachen von Tag eins vorgenommen, die ich verbessern wollte – und es hat einfach alles geklappt.“ Vor allen Dingen die einzelnen Galoppwechsel wollte sie noch etwas mehr nach vorne anlegen – gelungen. „Und das Rückwärtsrichten auf der Mittellinie war am ersten Tag etwas verschwommen. An Tag zwei hat es perfekt hingehauen.“ Ein Richter zückte dafür sogar die an dieser Stelle sehr selten vergebene 9. „Auf den letzten Metern im Viereck hatte ich ein breites Grinsen im Gesicht“, erklärt Bernadette – immer noch lächelnd. „Ich konnte gar nicht glauben, wie sehr dieses Pferd bei mir war. Er hatte immer das rechte Öhrchen locker nach hinten gedreht, als ob er fragen wollte, dass er alles richtig macht. Ich habe noch nie in meinem Leben ein solches Pferd gehabt.“
Nach einem Turnierwochenende steht für San to Alati immer Spielprogramm an. Dann darf er in der Halle freilaufen, sich austoben, wälzen, buckeln oder bummeln. „Und wenn er mit allem fertig ist, kommt er zu mir, nimmt die Longe, die ich in der Hand halte, zwischen seine Zähne und zieht mich zur Tür. Das heißt dann so viel wie: ‚Ich bin fertig, jetzt will ich auf meine Weide.‘“ Ein Finalqualifizierter, der sich sehr gut zu verständigen weiß.
Bis zum Finale in der Festhalle steht für den charmanten Dunkelfuchs noch ein bisschen Krafttraining, Gymnastik und Spaßprogramm im Kalender. Und eine Sache möchte Bernadette Brune noch mit ihrem Schicken üben: Turniere mit Übernachtung. „Ich hatte bei meinen bisherigen Übernachtungsturnieren immer entweder Fohlen in der Nähe oder Schaupferde, die ihn irritiert haben. Da wird er dann schon hengstig und abgelenkt.“ Deswegen ist sie in das eineinhalb Stunden entfernte Elmlohe auch an den beiden Prüfungstagen hin- und hergefahren und hat nicht eingestallt. In der Frankfurter Festhalle wird das nicht gehen, deswegen stehen noch mal ein oder zwei Übernachtungsturnieren zum Üben auf dem Programm.
Zweijährig hat Bernadette Brune den auffälligen Secret-Sohn das erste Mal gesehen und sich sofort verliebt, aber das mit dem Kauf hat nicht direkt geklappt. Dreijährig hat sie ihn auf einem Video das erste Mal unter dem Sattel gesehen – und sich weiter verliebt. Vierjährig hat sie ihn auf dem Hannoveraner Championat erlebt, sich noch mehr verliebt und gekauft. „Er war vierjährig natürlich nicht günstiger als zweijährig“, gesteht sie schmunzelnd. „Aber dieses Pferd ist jeden Cent wert.“

Stilpreis zum zweiten Mal für Franziska Haase
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Der Stilpreis für Franziska Haase
Franziska Haase verbesserte mit ihrem Ergebnis ihre Position im Ranking der punktbesten Zweitplatzierten (von 71,659% auf 73,951%) und konnte sich zusätzlich über den Stilpreis freuen, der für besonders gefühlvolles, harmonisches und pferdegerechtes Reiten vergeben wird. Diese Auszeichnung erhielt sie zum zweiten Mal in der laufenden Saison, bereits zum Auftakt der Burg-Pokal-Saison bei Horses & Dreams in Hagen wurde sie damit ausgezeichnet.
Heike Kemmer, zweifache Mannschafts-Olympiasiegerin, begleitete die Finalqualifikation mit ihrem Kommentar und war begeistert: „In Elmlohe gibt es immer tolle, tolle Paare. Hier war große Klasse am Start.“
Bernadette Brune zu Burg-Pokal und Elmlohe:
„Die Aufgabe des Nürnberger Burg-Pokals ist sehr, sehr schön zu reiten für junge Pferde und ein guter Aufbau für die Zukunft. Ich finde es toll, dass man die jüngeren Pferde auf den verschiedenen Etappen super auf große Turniere vorbereiten kann. Das hatte ich mit Spirit damals nicht (Mit Spirit of the Age OLD war Bernadette Brune Mitglied im deutschen Bundeskader Dressur). Da war es schon schwierig, wenn man auf ein großes Turnier kam und gleich Grand Prix geritten ist. Und Elmlohe ist einfach das beste nationale Turnier in Deutschland: toll organisiert, die Veranstalter geben sich unglaublich viel Mühe, der Boden ist tipptopp, die ganzen Bedingungen sind klasse und sie haben tolle, professionelle Richter da. Das ist wirklich unser Lieblingsturnier.“
HIER geht’s zu den genauen Ergebnissen aus Elmlohe
Die Nürnberger Burg-Pokal-Etappen 2026 und bisherige Sieger:
- Hagen, Horses & Dreams – J’Adore Dior H, Patrik Kittel, 75,512%
- München, Pferd International – Feine Bella NRW, Sabina Schrödter, 74,732%
- Balve, Longines Balve Optimum – Sky, Bianca Nowag-Aulenbrock, 74,463%
- Görlitz, Görlitzer Summerweeks – Valerie B, Dorothee Schneider, 74,293%
- Elmlohe, Elmloher Reitertage – San to Alati FRH, Bernadette Brune, 74,415 %
- Schäftlarn, Fichtenhof Classics, 03. bis 06. September
- Darmstadt-Kranichstein, Herbstmeeting, 17. bis 20. September
- Guxhagen-Dörnhagen, Nationales Hallenreitturnier, 16. bis 18. Oktober
- FINALE Frankfurt, Internationales Festhallen Reitturnier, 16. bis 20. Dezember
Die besten Zweitplatzierten bisher:
- Hagen, Fänomen de Malleret, Frederic Wandres, 74,463%
- München, Visser’s Hit Valeria VEC OLD, Nicole Grosch, 74,049%
- Elmlohe, Alissimo, Franziska Haase, 73,951%
- Görlitz, Matisse GG OLD, Carina Scholz, 71,463%
Die nächste Burg-Pokal-Etappe steht in vier Wochen in Schäftlarn auf dem Programm.
HIER gibt’s mehr Infos zum Nürnberger Burg-Pokal.


