Hagens Sieg mit Analysen
Deutlicher Sieg im Nationenpreis für das deutsche Team und – in diesem Fall fast noch wichtiger – sehr gute Leistungen der Paare. Hagen, das Siegerteam und Rittanalysen der einzelnen Reiter…
Foto oben: kik
Es ging nicht in erster Linie um den Sieg im Nationenpreis von Hagen. Die ganz starke Konkurrenz war nicht am Start. Die Briten und die Dänen fehlten, die Belgier waren nicht mit ihrem A-Team da. Dennoch war es ein schöner Sieg für das deutsche Team in Hagens Nationenpreis mit 230,834 Punkten vor den Spaniern mit 212,892 und den Reitern aus den USA mit 210,957 Punkten.
Für die deutschen Reiter geht es in Hagen aber in erster Linie um Startplätze im WM-Team von Aachen. Die Entscheidung soll am Montag bekannt werden.

Die Sieger von Hagen!
©EQWO/Petra Kerschbaum
Das Siegerteam:
- Isabell Werth und Wendy de Fontaine – 81,051 % – Platz 1, in der Einzelwerttung
- Frederic Wandres und Bluetooth OLD – 76,087 % – Platz 2
- Raphael Netz und Great Escape Camelot – 73,696 % – Platz 3
- Semmieke Rothenberger und Farrington – 71,935 % – Platz 5
Die Reiter und ihre Rittanalysen:

Wendy – entspannt und einfach schön!
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Isabell Werth
„Das war eine sehr harmonische Runde, eine routinierte und sichere Geschichte. Wendy war sehr fokussiert und hat das wirklich sehr gut gemacht. Bis auf den Zweier, der war nicht nötig, das hat mich überrascht. Eigentlich waren wir easy im Rhythmus drin und dann war es einmal so verhaspelt. Die Einer fühlten sich von oben wieder gut an. Die Wechsel sind insgesamt viel einfacher geworden. Da ist vielleicht noch mal einmal ein Fehler drin oder irgendwo einer kürzer, aber ansonsten sind wir mit den Wechseln auf einem sehr guten Weg. Sie sind viel unkomplizierter geworden. Man fragt sich fast, warum ich das nicht schon früher so hinbekommen habe. (lacht) Besser spät als nie.

Das fünfte Mal in Folge Ü80-Prozent in einem internationalen Grand Prix: Wendy!
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Ich habe nicht alles rausgeritten, nein, aber es ist die Leichtigkeit, die Selbstverständlichkeit, was jetzt sehr beeindruckt. Sie geht durch den Grand Prix, als ob sie durch eine A-Dressur geht. Und das ist auch das, was im Moment gewünscht ist, und nicht, dass man den letzten starken Trabtritt rausreitet. Wendy bekommt immer mehr Ruhe und je mehr Ruhe sie in den Ablauf bekommt, desto mehr Qualität bekommt letztlich auch der Ablauf. Durch diese Art des Reitens ist während der Prüfung auch noch mehr Gelegenheit zum ‚Luft holen‘ und zum Zelebrieren im Sinne von ruhiger, abwartender.

76-Prozent – etabliert sich als feste Größe bei dem Paar im internationalen Grand Prix: Frederic Wandres und Bluetooth
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Frederic Wandres
„Wir haben im Training vermehrt am Halten und an den Piaffen gearbeitet, das hat sich ausgezahlt, er stand alle dreimal super geschlossen und hat wirklich gut piaffiert. Und hier auf diesem Turnier war die richtige Zeit für einen kleinen Wake-Up-Call. Nach dem Zulegen vor der ersten Passage dachte ich: ‚Jetzt bleib mal schön vorm Bein‘, auch aus der Erinnerung an ältere Prüfungen. Ich wollte, dass er noch besser am inneren Schenkel durchatmet. Der innere Schenkel ist ja die treibende Hilfe am Gurt und da muss er sich auch schön durchtreiben lassen. Deswegen habe ich ihn mit der flachen Wade mal etwas aufmerksam gemacht. Klar, dann gab es einen kleinen Rumpler, der sich dann auch in der Note widerspiegelt. Aber ich habe das bewusst so geritten und das hat sich in der Piaffe danach gut ausgezahlt. Da hatte ich ihn schön vor mir, gut vor dem inneren Schenkel und ich konnte dann auch wieder gut rausreiten. Das war noch mal ein Trainings-Effek-Ritt und eine kleine Generalprobe. Im letzten Zweierwechsel hat er mir einen Einer eingebaut, wie bei Isabell, das war ein bisschen überflüssig. Aber okay, das kann passieren.

Team-Erfolg für Freddy und seinen Verlobten, Pfleger, Trainer, TT… Lars Ligus.
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Viele Pferde sind ja zu Hause guckig und sehen jedes Stück, was sich verändert. Das ist bei ihm nicht so, glotzig ist er nicht, er denkt dann eher: ‘Das ist mir zu langweilig hier. Könnt ihr hier noch etwas auftrumpfen?‘ Er braucht die Turnieratmosphäre. Heute war er aber anders als erwartet, er war fast einen Tick zu positiv an. Ich glaube, das war eine gute Generalprobenrunde, bevor es hoffentlich losgeht für uns…

Und wieder abgeliefert! Raphael Netz und Great Escape Camelot
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Raphael Netz
Ich gebe zu, ich war vor der Prüfung schon aufgeregt, eigentlich noch mehr den gestrigen Tag. Heute Morgen bin ich dann mit einem fantastischen Gefühl aufgewacht und wusste genau: Okay, heute geht’s los! Camelot hat mir ab Sekunde eins, als ich im Schritt auf ihm saß, ein super Gefühl gegeben. Schon als ich aus dem Stallbereich rausgeritten bin und wusste ich: Das wird gut. Ich höre meinem Pferd zu und merke dann natürlich auch, wie die Stimmung ist. Das ist auch das, was ich an Camelot immer so schätze. Er ist ein unheimliches Charakterpferd, er denkt mit und weiß, wann wir performen. Dann will er richtig. Das hat er mir heute wieder gezeigt. Ich bin schon mit Vorfreude aufs Viereck geritten, weil ich richtig Lust auf diese Aufgabe hatte. Ich hatte Lust auf diesen Grand Prix mit ihm. Wir sind ums Viereck geritten und er hat mir ein fantastisches Gefühl gegeben. Er hat sich nochmal zwei Zentimeter größer gemacht, wir sind eingeritten, er stand wie eine Eins und ich konnte in Ruhe grüßen. Das ist das Zeichen, dass er wirklich, wirklich bei mir ist.

Feedback von Trainer Seb Heinze: “Super!”
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Ich habe auch durch die Aufgabe ein sehr gutes Gefühl gehabt. Wir haben die schwierigen Sachen gut gemeistert. Ich glaube, ein Einer war kurz, meine ich, aber das kann mal passieren. Ich muss noch mal darüber nachdenken, was ich im Spezial anders machen werde in den Einerwechseln. Aber sonst: superschöne Pirouetten, schöne Piaffen, guter Schritt, schöne Trab-Traversalen. Ich bin happy!

Semmieke ist geflasht von ihrem Farrington!
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Semmieke Rothenberger
Ich hatte ein super Gefühl. Farri ist richtig hier angekommen. Als ich eingeritten bin, habe ich gemerkt, dass er die Atmosphäre genossen hat. Das mit den Einerwechseln war natürlich ärgerlich, das hat viele Punkte gekostet, weil die mal zwei zählen. Aber ich hatte nicht das Gefühl, dass er das in den Rest der Aufgabe mitgenommen hat. Wir konnten das gut abschütteln. Es ist einfach toll, wie konstant er abliefert, auch heute hier in diesem Stadion wieder.

Wenn Eltern mitfiebern… Gonnelien und Sven Rothenberger.
EQWO/Petra Kerschabum
HIER geht es zu den genauen Ergebnissen des Nationenpreis-Grand Prix
Nationenpreis-Ranking
Nach vier von fünf Nationenpreisen führt Deutschland das Ranking weiterhin an und hat den Vorsprung mit 44 Punkten ausgebaut. Die Briten und die Belgier bleiben weiterhin punktgleich auf dem zweiten Platz (23 Punkte). Die letzte Nationenpreisetappe steht am kommenden Wochenende auf dem Programm, dann lädt Falsterbo zum Fünf-Sterne-Nationenpreis.
HIER geht es zu den genauen Ergebnissen aus Hagens Nationenpreis

Nationenpreis-Feeling in Hagen 🙂
©EQWO/Petra Kerschbaum


