„Feine Bella ist wirklich eine feine Bella!“

Es war eng, geballte Leistung und sehr hochklassiger Sport bei der zweiten Etappe des Nürnberger Burg-Pokals in München. Die ersten drei Paare konnten mit der 74 vor dem Komma aufwarten – das ist ungewöhnlich!

Der Sieg ging am Ende an Sabina Schrödter und die neunjährige Feine Bella NRW mit 74,732 Prozent, gefolgt von Visser’s hit Valeria VEC OLD unter Nicole Grosch mit 74,049 Prozent und ganz knapp dahinter reihten sich Zewano OLD und Franz Trischberger mit glatten 74 Prozent ein.

Inniger Moment unter Siegerinnen: Sabina Schrödter und Feine Bella in München.
© Nürnberger Versicherung

„Das Gefühl war heute super! Gestern war sie noch etwas schüchtern und ich musste ihr beim Reiten helfen, heute hat sie noch viel besser gezogen und ich konnte ein bisschen auf Angriff reiten – ich habe es genossen!“, strahlte die Siegerin. Feine Bella war Bundeschampionesse und WM-Teilnehmerin, Ende sechsjährig hat die Berufsreiterin Sabina Schrödter die Fürstenball-Tochter zur weiteren Ausbildung übernommen und ist begeistert von dieser Stute. „Ich war schon sehr nervös. Wenn man weiß, dass man ein besonderes Pferd hat, dann möchte man auch abliefern.“

Feine Bella – auf dem Weg zum Finale nach Frankfurt.
© Nürnberger Versicherung

Die Stute sei so menschenbezogen und kuschelig. „Sie ist ein ‚Hosentaschenschlupfer‘“, lacht Schrödter. „Das ist manchmal ein Nachteil, weil sie sich nicht immer traut, sich zu öffnen. Sie könnte etwas mehr Rampensau sein. Da ich selber auch so bin, werden wir zusammen daran wachsen und in Frankfurt beim Finale bekommen wir es bestimmt hin.“

In München hat Sabina Schrödter nicht ‚nur‘ die Prüfung gewonnen, sie wurde auch mit dem Uvex-Stilpreis ausgezeichnet. „Ich bin Berufsreiterin, bilde junge Pferde aus und selten habe ich die Ehre, die Pferde mit sieben, acht oder neun noch reiten zu dürfen. Wir leben davon und müssen die talentiertesten verkaufen. Jetzt einmal abliefern zu dürfen und die Bestätigung zu kriegen, dass das Reiten ‚ganz okay ist‘ – das macht mich schon stolz.“

In Leipheim-Riedheim führt das Ehepaar einen Dressur-Ausbildungsstall. „Wir fühlen uns besonders wohl in München, ich wohne nicht weit weg, aber auch die Besitzerfamilie Werle war hier und konnte ihre Feine Bella verfolgen. Es ist für mich ein Traum in Erfüllung gegangen, hier vor heimischer Kulisse zu gewinnen.“

Nach ihrem Erfolg in München macht Feine Bella jetzt erst einmal Pause auf der Koppel. „Und dann werden wir schon noch das ein oder andere Turnier gehen“, so Schrödter, „um sie weiter an die Turnieratmosphäre zu gewöhnen, deswegen werden wir uns auch ein paar größere Turniere aussuchen und vor Frankfurt sicher auch noch ein oder zwei Hallenturniere.“

Ein bisschen Erfahrung hat Sabina Schrödter schon mit dem Burg-Pokal-Finale. „Vor einigen Jahren war meine Tochter Jana auch schon mal für das Burg-Pokal-Finale qualifiziert, auch mit einer Fürstenball-Tochter. Aber Jana ist damals auf dem Schafhof geritten, weil es ein Corona-Jahr war. Dass ich jetzt in der Festhalle reiten darf, ist schon etwas ganz Besonderes.“

Nicole Grosch – so stolz auf  Valeria!
© Nürnberger Versicherung

Nicole Grosch war mit Visser’s Hit Valeria VEC OLD schon im vergangenen Jahr im Burg-Pokal am Start, aber nur zu Anfang der Saison, dann wurde sie Mutter. Nach Platz zwei in München erzählte sie hoch zufrieden: „Ich bin so froh, dass ich mich noch mal verbessern konnte, auch im Vergleich zum letzten Jahr. Und ich bin so froh, dass es geklappt hat und dass ich eventuell mit diesem zweiten Platz auch zum Finale nach Frankfurt darf.“ Die vier besten Zweitplatzierten jeder Saison qualifizieren sich neben den acht Siegern für das Finale. Sie habe ihre Stute in der Finalqualifikation ein bisschen unterstützen müssen, aber insgesamt sei die Stute ein unglaublich tolles Pferd mit sehr viel Qualität. „Sie hat auch ganz viel Qualität für später. Ich mag dieses Pferd total!“ Und Valeria sei dabei unfassbar lieb. „Ich habe sie bis zum siebten Monat meiner Schwangerschaft geritten, sie trägt mich überall hin.“

Franz Trischberger und Zewano OLD im Galopp zu 74 Prozent.
© Nürnberger Versicherung

Mit dem gehauchten Abstand von 0,049 Prozent hat Franz Trischberger Platz zwei verpasst. „Ich bin trotzdem sehr zufrieden, er war phänomenal“, resümierte Trischberger seinen Ritt mit Zewano OLD. „Er kann so ein Clown sein in der Stallgasse, aber man reitet ins Viereck ein und dann weiß ich, er ist total fokussiert. Es macht mich wahnsinnig glücklich und stolz, dass ich so ein Pferd reiten darf.“

Die Nürnberger Burg-Pokal-Etappen 2026 und bisherige Sieger:

  • Hagen, Horses & Dreams – J’Adore Dior H, Patrik Kittel, 75,512%
  • München, Pferd International – Feine Bella NRW, Sabina Schrödter, 74,732%
  • Balve, Longines Balve Optimum, 04. bis 07. Juni
  • Görlitz, Görlitzer Summerweeks , 16. bis 19. Juli
  • Elmlohe, Elmloher Reitertage, 30. Juli bis 2. August
  • Schäftlarn, Fichtenhof Classics, 03. bis 06. September
  • Darmstadt-Kranichstein, Herbstmeeting, 17. bis 20. September
  • Guxhagen-Dörnhagen, Nationales Hallenreitturnier, 16. bis 18. Oktober
  • FINALE Frankfurt, Internationales Festhallen Reitturnier, 16. bis 20. Dezember

Die besten Zweitplatzierten bisher:

  • Hagen, Fänomen de Malleret, Frederic Wandres, 74,463%
  • München, Visser’s Hit Valeria VEC OLD, Nicole Grosch, 74,049%

HIER geht es zu den genauen Ergebnissen aus München.