Ein seltenes Trio-Phänomen

Ein ganz seltenes Phänomen – zwei Reiter, ein Pferd, gemeinsame Erfolge. Frederic Wandres, Lars Ligus und Veuve Clicquot FRH sind ein besonderes Trio.

Gemeinsam erfolgreich: Lars Ligus, hier auf Zara (© Centre Line Media), und Frederic Wandres, hier auf Veuve Clicquot (©Foto Rüchel)

„Seit ‚Ville‘ vier war, haben Lars und ich ihn zusammen ausgebildet. Er war und ist unser gemeinsames ‚Projekt‘“, freut sich Frederic Wandres. „Das klappt super und das werden wir auch weiterhin so machen.“

Mannschafts-Olympiasieger Wandres hat den achtjährigen Vitalis-Sohn vergangenes Wochenende in seiner ersten Drei-Sterne-Prüfung präsentiert: Die Inter II haben die beiden mit 72,281 Prozent gewonnen. Fast parallel hat Lars Ligus in Wellington mit der 14-jährigen Zara einen Grand Prix mit 73,261 Prozent gewonnen.

Veuve Clicquot (Z.: Josef Bramlage, Bes.: Terry Lan) hat Lars Ligus sechsjährig zum Vize-Bundeschampion geritten und in der vergangenen Saison im Nürnberger Burg-Pokal präsentiert, nun hat Wandres im Sattel des Hannoveraners Platz genommen.

Zara K 2 (Z.: Ullrich Kasselmann, Bes.: Hof Kasselmann) hat Frederic Wandres Anfang des Jahres in Wellington im Grand Prix vorgestellt und mit 72,717 Prozent gewonnen, jetzt hatte Ligus im Sattel der Oldenburger Stute Platz genommen. „Wir haben dieselbe Ausbildungs-Philosophie“, erklärt Wandres. „Deswegen können wir relativ problemlos zwischendurch die Pferde tauschen. Und wir trainieren uns ja auch gegenseitig. Wir kennen also die Pferde und wissen, wie der andere im Sattel ‚tickt‘.“

‘Ville’ mit neugieriger Intelligenz im Blick, im Gesicht von Freddy Wandres pure Freude. Foto: © Patricia Welp

Wandres gesteht, dass er etwas hin und her überlegt habe, ob er mit Veuve Clicquot in Ankum die Inter II oder einen Test of Choice reitet, aber… „Ich bin für das letzte Ankum-Turnier nicht da, weil ich zu der Zeit in Wellington bin, und Ville hat mir einfach ein super Gefühl gegeben – also habe ich mich getraut.“ Der Louisdor-Preis könnte ein Ziel für die Sommersaison sein. „Mir war schon daran gelegen, vorher nochmal durch eine Inter II zu reiten und ein Gefühl zu bekommen, wie die schweren Lektionen bei ihm abzurufen sind. Zu Hause klappt das alles schon sehr gut, aber wie wir alle wissen: Zu Hause ist zu Hause und Turnier ist Turnier.“ Bis auf das längere Stück der Passage – „Da waren wir irgendwie unterschiedlich unterwegs“, schmunzelt Wandres. „Aber das ist gar nicht schlimm, das war in dem Moment einfach ein Missverständnis zwischen uns.“ – sei die Prüfung eine flüssige Nummer gewesen. „Gute Wechsel, schöne Pirouetten, die ganze Trabtour fließend mit sehr vielversprechenden Piaff-Ansätzen und, das finde ich eigentlich am besten, er war die ganze Zeit prima in der Anlehnung.“ Vielleicht strebt Wandres mit Ville den Louisdor-Preis schon in Hagen an, aber er macht da gar keinen Stress. „Wir schauen mal, wie er sich anfühlt. Er ist erst acht, wir haben Zeit.“

Fänomen – aller guten Dinge sind 3

Außerdem hatte Wandres den achtjährigen Fänomen de Malleret mit in Ankum und hat mit ihm die Ein-Sterne-S mit 73,492 Prozent gewonnen – vor Sandra Nuxoll und dem ebenfalls achtjährigen Viva Romantic OLD (72,619 %). Es war dritte Start für das Paar Wandres und Fänomen und der dritte Sieg. „Ich hatte in der Prüfung noch einen Fehler“, erzählt Wandres, „aber jedes Mal einen anderen. Das ist tatsächlich aus Reitersicht gut, so weiß ich genau, wo ich noch bei ihm aufpassen muss, aber insgesamt ist er drei wirklich super Prüfungen gegangen. Er hat keine Schwäche, spielt seine Stärken schon so gut aus, dass man auch mal ein kleines Fehlerchen ausbügeln kann.“ Das Ziel mit dem Foundation-Sohn liegt auf der Hand: der Nürnberger Burg-Pokal.

Titelverteidigung – die Fünfte!

Jetzt ist Wandres noch mal zwei Wochen wieder in Wellington, reitet und trainiert zusammen mit Lars Ligus und eventuell gehen beide zusammen mit dem Team beim Nationenpreis Mitte März dort an den Start. Es gilt den Titel zu verteidigen, den sich das deutsche Team in den vergangenen fünf Jahren gesichert hat.