Top ‘Jungs’, top Bestmarken

Sprungbrett Weltcup, sechs Bestleistungen, ein genialer Verboomen, tolle deutsche ‚Jungs‘ und ein bisschen Nervenflattern…

Foto oben: www.sportfotos-lafrentz.de

Traditionsort des Dressur-Weltcups: Neumünster!
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Der Weltcup-Grand Prix in Neumünster war wirklich interessant. Vier der 16 Reiter stammten aus dem U25-Lager, darunter Moritz Trefinger mit 22 Jahren. Sechs Paare lieferten ein Bestergebnis im internationalen Grand Prix, darunter der Sieger Justin Verboomen mit dem elfjährigen Djembé de Hus OLD – 76,826 Prozent. Zwar hatte er schon deutlich über 80 Prozent mit Europameister Zonik Plus, aber nicht mit Djembé. Die Art und Weise, in der der Belgier den Damon Hill-Sohn präsentierte, war genial. Unter den Personal Bests war auch der drittplatzierte Raphael Netz mit Great Escape Camelot – 73,587 Prozent. Und das trotz einer kleinen Unsicherheit in der zweiten Passage, ansonsten war das eine präzise, harmonische auf den Punkt gerittene Runde a la Netz.

Letzter Test vor dem Finale: Weltcup in Neumünster für Raphael Netz und Great Escape Camelot.
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Der 26-jährige Netz ist in einer komfortablen Ausgangssituation: Er hat seine Punkte fürs Finale schon gesammelt und erklärt: „Ich brauche zwar keine Punkte mehr, aber natürlich möchten wir uns immer weiter verbessern. Camelot war im November in Stuttgart das letzte Mal auf einem Turnier, Anfang April ist das Weltcup-Finale – und wir wollen auf jeden Fall rüber nach Texas (grinst) – da wäre die Pause auch etwas zu lang gewesen. Nebenbei bemerkt lieben Camelot und ich es aufs Turnier zu gehen.“

Moritz Treffinger und Fiderdance
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Zu den ‚tollen deutschen Jungs‘ gehört auch Moritz Treffinger, der mit Fiderdance auf Platz fünf landete. Auch dieses Paar mit einer neuen Bestleistung von 71,370 Prozent. Bei Treffinger ist es wie bei Verboomen – er hatte mit Cadeau Noir schon einmal etwas mehr Prozente, aber für ihn im Sattel von Fiderdance war es eine neue Bestmarke. Moritz hat unheimlich viel Gefühl für die Präsentation des Hengstes entwickelt, weiß wie er mit starken Lektionen – heute das sehr gute Rausreiten des starken Galopps – und den vielleicht nicht ganz so optimal angelegten Lektionen umzugehen hat. Die Piaffe von Fiderdance ist kein absolutes Highlight, aber durch das super präzise ‚Rein und Raus‘ und am Fleck angelegte Reiten der Lektion ist er dort auch immer mit einer 7 oder 7,5 dabei.

Mit glatten 71 Prozent folgten Ingrid Klimke und die fleißige First Class auf Platz 6. Dieses Paar wurde von den Richtern recht unterschiedlich eingeschätzt: von Platz zwei bis 11, von 68,370 bis zu glatten 75 Prozent. Laura Strobel und Sisters Act MT OLD wurden bei ihrem Weltcup-Grand Prix-Debut Elfte mit 68,826 Prozent.

Etwas Nervenflattern bekam der 13-jährige Fürst Enno unter Juliane Brunkhorst. Er war das erste Mal bei einer Weltcup-Prüfung am Start und fühlte sich offensichtlich von der durchaus beeindruckenden Kulisse der Holstenhalle verunsichert. Das brachte er in der zweiten Piaffe recht deutlich zum Ausdruck, das Paar beendete daraufhin die Prüfung nicht.

HIER geht’s zu den genauen Ergebnissen des Grand Prix.

Morgen, Samstag, beginnt die Weltcup-Kür in Neumünster um 10.00 Uhr.