Optionen für die Zukunft – Frederic Wandres

Für Nachwuchs sorgen – das muss jeder Topreiter und zwar am besten rechtzeitig. Oft einfacher gesagt als getan. Katharina Hemmer hat gerade mit zwei Nachwuchspferden in Münster gesiegt, Isabell Werth hat mit Viva Gold Ausnahme-Nachwuchs im Stall. Wir betrachten heute die Nachwuchs-Optionen von Frederic Wandres…

Optimistischer Blick in die Zukunft: Frederic Wandres

Während Lars Ligus wie im vergangenen Jahr für einige Monate ganz in Wellington stationiert ist, wählt Frederic Wandres in diesem Jahr die ‚Pendelvariante‘. „Ich werde jeden Monat für einige Tage nach Wellington fliegen und dort ein oder auch mal zwei Turniere hintereinander reiten“, erklärt Wandres. Aktuell ist er gerade in Wellington und visiert den ersten Turnierstart am kommenden Wochenende dort an. „Ich versuche diese Frühjahrssaison mit Sonne und Kälte zu verbinden.“

Links Verrenberg, rechts Zara K, in der Mitte: Frederic Wandres – das Trio in Wellington.
Foto: © privat

Wer wartet in Wellington?

In Wellington steigt er in den Sattel des zehnjährigen Verrenberg v. Vilancio. „Verrenberg wäre im Dezember eigentlich noch ins Finale des Louisdor-Preises nachgerückt, aber da war er schon in der Sonne von Wellington.“ Zweimal hat Freddy Wandres den Oldenburger im vergangenen Jahr schon international an den Start gebracht, darauf wolle er jetzt weiter aufbauen.

Während Freddy in Deutschland ist, werden die Pferde von Lars in Wellington geritten. „Verrenberg hat Lars auch in Hagen schon geritten, wir tauschen ja häufiger die Pferde und besprechen dann, worauf im Training das Hauptaugenmerk liegen soll.“ Zusätzlich ist Freddy auch ab und zu per Facetime von Deutschland aus in Wellington beim Training dabei. „Das geht ganz gut, vor allem, wenn man die Pferde kennt.“

Im Oktober hatten Verrenberg und Freddy Wandres zuletzt den Grand Prix in Ankum mit 73,80 Prozent gewonnen. „Ich reite Verrenberg jetzt seit knapp zwei Jahren und er war schon immer ein sehr lektionssicheres Pferd. Aber: Die Lektionen sind das eine, das andere sind die Details, der Grad der Durchlässigkeit, damit die Prüfungen noch fließender, noch ausdrucksvoller werden. Das macht er alles altersentsprechend im grünen Bereich, aber da gibt es noch feine Stellschräubchen, die wir verbessern können.“

Außerdem wartet Zara K auf ihren ersten Start unter dem Mannschafts-Olympiasieger. „Zara ist eine Tochter von Zonik, die Uli Kasselmann selbst gezogen hat. Zara ist jetzt 14 geworden, wurde lange Jahre von unserer ehemaligen Kollegin Alexa Westendarp geritten und bis zum Grand Prix-Niveau vorgestellt.“ Er habe die Stute erst vor einigen Wochen übernommen und müsse jetzt mit ihr zusammenwachsen.

Am kommenden Wochenende steht zunächst ein Drei-Sterne-CDI auf dem Programm, eine Woche später folgt das erste Fünf-Sterne-Turnier dieser Wellington-Saison.

For Prime – eine von Wandres’ Nachwuchshoffnungen
Foto: © Clara Wichmann

Drei Kandidaten für Nürnberger und Louisdor

Auch im Stall am Teutoburger Wald stehen einige Pferde, deren weiterer Förderung sich Freddy widmet. Da wäre beispielsweise der jetzt achtjährige Foundation-Sohn Fänomen de Malleret, der schon siegreich in Jungpferde-S-Dressuren war. „Mit ihm strebe ich den Nürnberger Burg-Pokal an, dieses Pferd ist prädestiniert für die Prüfung. Er hat drei sehr gute Grundgangarten und tolle Ausstrahlung. Darauf freue ich mich.“ For Prime, ein achtjähriger Sohn des Fürst Jazz, ist ein weiterer Wandres‘ Kandidat. „For Primes Oma, Real Gold, ist auch die Mutter von Duke of Britain – da schließt sich für mich ein wunderbarer Kreis.“ For Prime sei sehr groß und noch seien sie nicht zusammen auf einem Turnier gewesen. „Ich denke, er wird dieses Jahr den Einstieg in Inter II schaffen. Er ist ein absolutes Ausnahmetalent für Piaffe und Passage. Ich denke, das kommt aus der mütterlichen Blutlinie von Duke.“ Mit ihm schaue er hoffnungsvoll dem Louisdor-Preis 2026 entgegen. Und Freddy hat noch einen neunjährigen Sohn des Asgard’s Ibiza, mit dem er ebenfalls den Louisdor-Preis anstrebt. „Imo Pectore habe ich Ende vergangenen Jahres von meiner Chefin, Bianca Kasselmann, übernommen. Sie ist sehr überzeugt von diesem Pferd – ich auch! Auch er hat sehr viel Talent für Piaffe und Passage.“

Somit habe er drei Pferde für die Aufbauserien, die es in Deutschland gibt, „die meines Erachtens top sind.“

Nach dem Top 12-Finale macht Bluetooth jetzt erst mal Pause.
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Und was macht die Nummer 1 – Bluetooth?

Und wie sieht der Plan mit Bluetooth OLD aus? „Bluetooth habe ich nach dem Top 12 Finale in Frankfurt jetzt etwas ‚heruntergefahren‘. Er ging super in Frankfurt, das Ergebnis war top. Er wird jetzt Pause machen und erst in der Grünen Saison wieder einsteigen.“ Natürlich winkt als großes Ziel für das Paar aus dem Olympiakader die WM in Aachen!