Wendy – Sieg und ‘Probephase’

Isabell Werth und Wendy de Fontaine spielen in ihrer eigenen Liga und probieren neue Dinge aus. Der Grand Prix bei der sechsten Weltcup-Etappe in Basel war durchaus eine ‘spannende’ Angelegenheit.

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Beruhigende Geste während der Piaffe von Isabell an Wendy.
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Mit 78,674 Prozent siegten Wendy und Werth trotz Fehlern in beiden Wechseltouren. Platz zwei ging an Charlotta Rogerson und Bonheur de la Vie mit einem ‘personal Best’ von 72,630 Prozent, Dritte wurden Raphael Netz und DSP Dieudonne mit 71,848 Prozent, gefolgt von dem dritten deutschen Paar am Start: Dr. Svenja Kämper-Meyer und die selbstgezogene Amanyara M FRH (70,304 %).

Charlotta Rogerson (SUI) und Bonheur de la Vie – Schweizer Paar mit Perspektive!
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Einige Pferde hatten mit der Atmosphäre im wunderbar geschmückten Viereck der St. Jakobshalle zu tun. Auch das Abreitezelt mit der durch den Wind etwas lauter schlagenden Plane war durchaus eine Herausforderung. Siegerin Wendy kam definitiv ‘on fire’  in die Prüfung. “Es war heute schon wirklich schwierig, weil Wendy draußen richtig ‘auftourte’ und ein bisschen Schiss bekam vor dem Krach durch die Planen”, erklärte Isabell Werth. “Zudem ist dieses Jahr eine Seite im Abreitezelt durchsichtig. Da fährt dann mal ein Auto oder Fahrrad vorbei, das ist für die Pferde schon spannend. Und in der Halle war es an der kurzen Seite echt laut. Da habe ich mal kurz gemeckert und gesagt: ‘Jetzt mal Ruhe’. Da wurde gerade das Mittagessen serviert”, erzählt Werth und schmunzelt. Während der Prüfung habe die Stute aber immer mehr zur Ruhe gefunden.

Wendy strahlte in der Pi-Pa-Tour, zeigte vor allen Dingen super Übergänge von der Passage in die Piaffe und wieder heraus. In der Galopp-Tour ist Werth im Moment in einer ‘Ausprobier-Phase’. “Ich muss mehr Selbstverständlichkeit in die Wechseltour bekommen”, erklärt sie. “Ich darf nicht permanent einen Fehler vermeiden wollen, sondern ich muss selbstverständlich durch die Wechsel reiten. Und wenn ein Fehler passiert, dann ist es so.” Tatsächlich hatte sie auch heute im Grand Prix in beiden Wechseltouren Fehler. “Über Piaffen brauche ich mit Wendy nicht mehr nachzudenken. Die kommt in jeder Lebenslage, ist vielleicht mal einen Punkt besser oder schlechter, aber sie kommt in jeder Lebenslage auf höchstem Niveau und alles andere genauso. Und der Grundgalopp hat so viel mehr Kraft bekommen, sodass ich jetzt einfach diese Diagonalen reiten muss, ohne dass ich ‘Oh, noch ein bisschen hier, noch ein bisschen da’ denke.  Selbstverständlich muss das kommen. Deshalb brauche ich jetzt drei, vier Turniere, um das zu testen. Ich hätte heute vielleicht bei den Einern ein bisschen mehr warten müssen, denn am Ende waren sie ja richtig gut und auch oben weiter gesprungen.” Das sei das Ziel für die Kür morgen: selbstverständlich und am liebsten ohne Fehler durch die Wechseltouren.

Dieudonne wächst unter Raphael Netz immer mehr in den internationalen Grand Prix-Sport hinein!
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Für den 13-jährigen DSP Dieudonne unter Raphael Netz ist Basel – nach Lyon – überhaupt erst die zweite Weltcup-Etappe. Das Pferd hat sich enorm entwickelt, hat sehr gute Momente beispielsweise in der Passage, die Schritt-Tour war gelungen, die Einerwechsel leider mit einem Fehler. Manchmal tendiert der Dante Weltino-Sohn noch dazu, die Hinterhand etwas nach oben zu nehmen, aber von Turnier zu Turnier reift er sichtlich.

Dressurspaß mit Svenja Kämper-Meyer und Amanyara
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Aus dem Strahlen kommt sie kaum heraus: Svenja Kämper-Meyer. “Was ich mit dieser Stute erleben darf, das ist unglaublich. Ich genieße jeden Moment mit ihr.” Die Stute, Amanyara, hat auch heute wieder eine sehr fleißige, harmonische und willige Prüfung abgeliefert. Aber auch dieses Paar, wie die anderen beiden deutschen Paare, leistete sich leider einen Fehler in den Einerwechseln. Die Kieferorthopädin hat Amanyara selbst ausgebildet, saß sie von Tag eins des Anreitens an selbst im Sattel und verbreitet mit ihrer sehr feinen Kommunikation mit der Stute ganz viel Dressurspaß! Ihr Ausblick auf die Kür: “Ich war nie so der Kür-Fan, aber mit Amanyara hat sich das geändert!”

HIER geht es zu den genauen Ergebnissen aus Basel

HIER gibt es die Starterliste für die Kür morgen.

Startzeiten der deutschen Paare:

• 15.30 Isabell Werth & Wendy

• 15.40 Svenja Kämper-Meyer & Amanyara

• 15.50 Raphael Netz & Dieudonne